Contents : Nationalökonomie (Teil 1)

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John Law

auf Lieferung, trieb künstlich die Preise in die Höhe, zahlte dann die
Differenz, ohne das Objekt selbst heranzuziehen, und lebte ein paar
Jahre in der Hoffnung, diese künstliche Preissteigerung, an der sich
eine große Zahl von Menschen -bereicherte, fortsetzen zu können, so
daß man schließlich für eine Species 2000 Gulden und mehr zahlte,
während die sonstigen Wertobjekte, Häuser, ländliche Grundstücke zu
Schleuderpreisen fortgegeben wurden, um die erlangten Summen für
Spielzwecke verwerten zu können. Im Jahre 1637 irat plötzlich
Ernüchterung ein, Niemand wollte mehr die bisherigen Summen zahlen,
Jeder suchte die Ware, die er in der Hand hatte, los zu werden, und
die Preise gingen auf das normale Niveau herab. Damit waren aber
weitgehende Verluste für alle diejenigen verbunden, die zuletzt die
Tulpen übernommen hatten, während die letzten Verkäufer außerordentliche
 Gewinne erzielt hatten, Die dadurch herbeigeführten Verschiebungen
 in den Besitzverhältnissen hatten eine nachhaltige Stockung
im Verkehre zur Folge, es bildete sich infolge der Tulpenmanie eine
Börsenkrisis schlimmster Art mit ihren Rückschlägen auf die allgemeinen
 volkswirtschaftlichen Verhältnisse aus,
Ein. zweites überaus lehrreiches Beispiel ist die Schwindelperiode
John Laws in Frankreich Anfang des 18. Jahrhunderts. Der
Schotte John Law, ein unzweifelhaftes Finanzgenie, kam 1716
nach Paris, wo der Staat und der Hof des Regenten in der größten
Finanznot schwebten, und erbot sich, in kürzester Frist die Kalamität
zu beseitigen, wenn man ihm für seine Finanzoperationen freie Hand
durch Privilegien gewährte. Sein Vorschlag ging dahin, durch Ausgabe
von Papiergeld und künstliche Steigerung des Wertes sonstiger Kreditpapiere
 sich neue Werte zu schaffen. Er erhielt zunächst die Genehmigung
zur Errichtung einer Privatnotenbank, die sofort großen Anklang fand
und gewaltigen Umsatz erreichte, weil er zu 6% Darlehen gewährte,
während bis dahin 12% gezahlt wurden. Doch dieses solide Vorgehen
wurde bald aufgegeben und zu extremeren Mitteln die Zuflucht genommen,
 Die Bank wurde in eine königliche Bank umgewandelt und
mit einer Notenausgabe von 110 Millionen Livres betraut, denen besondere
 Vorzüge vor dem Silber eingeräumt wurden. Im August 1717
gründete Law dann die sogenannte „Mississippigesellschaft“, um die
Mississippiländereien, die ihm vom Staate mit vielen Privilegien überlassen
 wurden, auszubeuten. Das Aktienkapital wurde in 200 000 Aktien
zu 500 Livres zerlegt, Da das Publikum anfangs die Aktien nicht
nehmen wollte, so sah sich Law veranlaßt, mit neuen Maßregeln vorzugehen;
 er inaugurierte ein künstliches Börsenspiel und sicherte den
Teilnehmern eine Dividende von 12%, zu. Durch Hinzuziehung der
in Verfall geratenen ostindischen und chinesischen Kompagnie zur
Mississippigesellschaft suchte er noch mehr Papiere an die Börse zu
bringen und bildete aus der Vereinigung die „Üompagnie des Indes“,
Hierzu gab er 50 Millionen neuer Aktien zu 500 Livres aus, auf
welche die Einzahlung in Raten geschehen konnte; und indem der
Kurs sofort auf 550 angesetzt wurde, zahlte man eine beträchtliche
Prämie für den Ankauf von Aktien, zumal mit 500 Livres barem
Gelde 10 Aktien gezeichnet werden konnten. Das Recht zur Zeichnung
 einer neuen Aktie machte Law wieder abhängig von dem Besitze
 der alten, der Mutteraktien, Außerdem eröffnete Law Tieferungsgeschäfte,
 indem er die Wiederabnahme von Aktien nach einiger Zeit
            
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