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Das 19. Jahrhundert.
\grarkrise d
zwanziger
Jahre.
Werte, trotzdem die Regierung selbst mit Todesstrafe dagegen ankämpfte.
1793 waren die Assignaten auf ein Drittel ihres Nominalwertes
gesunken, Anfang 1796 unter 1%, bis sie am 19. Februar
desselben Jahres außer Kurs gesetzt wurden. Auch hier ergaben sich
ähnliche Zustände, wie sie im Beginne desselben Jahrhunderts in Frankreich
beobachtet waren, aber nicht aus einer Ueberspekulation, sondern
zus einem Mißbrauch des Münzrechtes des Staates.
Die erste Krise des letzten Jahrhunderts war die von 1815 in
England, indem nach Beendigung des Napoleonischen Krieges die
Fabrikation zur Ausbeutung der damals eingetretenen Preissteigerung
weit über das richtige Maß hinausgegangen war, die Preise daher im
Uebermaße herabgingen, was Massenbankerotte zur Folge hatte. In
ganz ähnlicher Weise trat 10 Jahre später eine neue Krisis ein, die
wiederum von England infolge von Ueberproduktion und namentlich
massenhafter Gründungen veranlaßt war, und sich als eine Absatzkrise
herausstellte, deren Wirkung aber weit über England hinausging
und die namentlich auch in Nordamerika große Verheerungen anrichtete.
Infolge des erheblichen Rückganges der Preise gingen viele der neuen
Gründungen ein, wodurch auch die Banken in Mitleidenschaft gezogen
wurden. Innerhalb 6 Wochen mußten 70 englische Provinzialbanken
ihre Zahlungen einstellen, was zu einer allgemeinen Erschütterung des
KXredites führte.
Zu gleicher Zeit war in Deutschland eine durchaus anders geartete
Krise hereingebrochen, eine Agrarkrisis, indem von 1818—23
mit einer einzigen Ausnahme überreiche Ernten in Europa gewesen
waren, durch welche ein gewaltiger Ueberschuß an Getreide gewonnen
wurde, insbesondere weil nach Beendigung der Freiheitskriege, angeregt
durch sehr hohe Preise, eine außerordentliche Erweiterung der Ackerfläche
stattgefunden hatte. Die Preise gingen deshalb unter die Hälfte
des Durchschnitts der vorhergegangenen 30 Jahre herunter. Die Folge
davon war, daß eine übergroße Zahl von Grundstücken zur Subhastation
kam, am meisten im nordöstlichen Preußen. In Ostpreußen
mußte die Landschaft ein Viertel der von ihr beliehenen Güter in
Sequestration nehmen und ein Sechstel derselben zur Subhastation
bringen. Im Littauischen Departement kamen 1822 von 1600 Bauerngütern
1000 zur öffentlichen Versteigerung, aber auch im Königreich
Sachsen sah sich die Regierung genötigt, durch ausgedehnten Pachterlaß
an die Domänenpächter und direkte Vorschüsse die Not der
Landwirte zu lindern,
Hatten in dem letzten Beispiele reiche Ernten unmittelbar eine
Krisis herbeigeführt, so in den Jahren von 1836—39 indirekt. Große
Erträge bei leidlichen Preisen hatten Anfang der dreißiger Jahre die
Kaufkraft der ländlichen Bevölkerung und dadurch den allgemeinen
Absatz wesentlich gehoben. Die dadurch herbeigeführte Preissteigerung
veranlaßte wiederum eine ausgedehnte Ueberproduktion, die von einer
Ueberspekulation begleitet war. Namentlich wurden viele Kreditinstitute
gegründet, die in England und Amerika von der Freiheit, Noten
zu emittieren, übermäßigen Gebrauch machten. 1830 gab es in Nordamerika
329 Banken mit 61 Millionen Dollars Notenumlauf, der nur
etwa zu einem Drittel gedeckt war, 1835 zählte man 704 Banken mit
104 Millionen Dollars Notenumlauf, 1837 sollen nun nicht weniger
als 600 Banken falliert haben, deren Noten natürlich gänzlich entwertet
waren, so daß sich eine allgemeine Zahlungsstockung daraus er-