Object : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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der  zehnjährigen  Revolution  noch  die  darauf  folgenden  Jahre  mit  ihren
ungewöhnlichen  Zuständen  für  dergleichen  Erhebungen  sehr  geeignet
waren.  Mutz  man  sich  deshalb  zur  Zeit  mit  einzelnen  Mittheilungen  begnügen, ­
  so  darf  man  denselben  nur  einen  beschränkten  Werth  beimessen,
weil  ihnen  in  der  Regel  ganz  oder  zum  guten  Theil  die  Erläuterung
darüber  fehlt,  auf  welche  Tätlichkeit  und  Bedingungen  der  Wirthschaft  sie
sich  beziehen.
Nach  dem  Consulatsberichte  ans  Havana  vom  Jahre  1884  hatte  die
Regierung  zum  Zwecke  der  Besteuerung  umfangreiche  Schätzungen
über  die  thatsächlichen  Kosten  der  zur  Zuckerbereitung  dienenden  Pflanzungen ­
  angestellt.  Danach  waren  die  Produktionskosten  auf  668  pesos  für
die  Caballería  oder  nahezu  200  Mark  für  1  Heetar  geschützt.  Die  Grundlagen ­
  der  Schätzung  werden  leider  verschwiegen.  Es  lässt  sich  ihre  Richtigkeit
also  nicht  prüfen.  Aber  gewitz  kann  dieser  Satz  kein  allgemein  gültiger
sein,  sondern  unterliegt  je  nach  Lage  der  Pflanzung,  Bodenbeschaffenheit,
Stärke  der  Betriebsmittel  u.  dergl.  erheblichen  Schwankungen.  Die  bereits
erwähnte  französische  Mittheilung  vorn  Jahre  1885  erwähnt,  datz  die
Centralfabriken  zur  Zeit  bei  einem  Zuckerpreise  von  28  7 2  fr.  das  Rohr
mit  10,87  fr.  per  1000  kg  bezahlten,  also  den  Doppel-Centner  mit  1,087  fr.
oder  etwa  0,87  Mark;  dabei  werden  die  Kosten  für  Bestellung,  Ernte  re.
auf  5,30  fr.  für  1000  kg  angegeben,  also  etwa  0,425  Mark  für  den  Doppel-Centner,
  augenscheinlich  ohne  Rücksicht  auf  Abgaben  unb  Lasten,  sowie  auf
Zinsen  und  Tilgung.  Diese  Rechnung  ergiebt,  wenn  man  für  1  Heetar  die
Ernte  auf  400  D.-Ctr.  anninnnt,  rund  212  fr.  oder  rund  170  Mark
Selbstkosten,  was  hinter  der  obigen  amtlichen  Ermittelung  nicht  unerheblich
zurückbleibt  und  vermuthlich  auch  hinter  dem  thatsächlichen  Durchschnitte.
Ferner  soll  nach  einer  Mittheilung  aus  neuester  Zeit  eine  Centralfabrik ­
  bei  Manzanillo  das  Rohr  mit  16  doll.  span,  für  800  Arrobas  bezahlen, ­
  und  dieser  Einkaufspreis  wird  als  ein  sehr  billiger  bezeichnet,  da
man  anderwärts  10  bis  20  dollars  zahle.  Nun  sind  800  Arrobas  gleich
20000  span.  Pfunden  oder  9200  kg  =  92  D.-Ctr.,  und  der  span.  Dollargleich
  4  Mark;  es  berechnet  sich  danach  der  Preis  des  Rohres  auf  70  bezw.
83  bis  87  Pfg.  für  1  D.-Ctr.  Die  letztere  Zahl  stimmt  mit  der  oben
berechneten  überein;  ob  aber  70  bis  80  Pfennige  pro  Doppel-Centner  für
den  Pflanzer  wirklich  lohnend  sind,  darf  man  bezweifeln,  wenn  man  die
bis  in  die  neueste  Zeit  fortdauernden  Klagen  erwägt,  datz  der  Anbau  des
Zuckerrohres  bei  den  gegenwärtigen  Preisen  keinen  Nutzen  lasse.  Als
beachtenswerth,  wenngleich  wohl  einer  recht  genauen  Prüfung  bedürftig,
wird  nachstehend  noch'  die  Aufstellung  von  dein  Werth,  den  Ausgaben  und
den  Erzeugnissen  einer  Cubanischen  Znckerpflanzung  von  durchschnittlichem
Umfange  angeführt,  welche  in  der  sugar  cane  1886  ein  Correspondent
mittheilt.  Derselbe  nimmt  als  Beispiel  eine  Pflanzung  voll  1000  Ackern
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