Ginleitung !)
Der langandauernde, furchtbare Weltkrieg ift eine [Hmwere Belaftungs-
probe für die deutfhe VBoltsiraft. Gunderttaufeude deuticher Männer
in den beiten Jahren finken vorzeitig ins Grab. Weit grüßer i{t die Zahl
derer, bie ganz oder teilweije invalide in Geimat und Beruf zurüc-
fehren und jich die Grünkung eines eignen Herde verfagen müffen. Dazu
fommen bie Schwierigkeiten der Überführung der Kriegswirt/dhaft in die
normalen Berhältnifje der Friedenswirtjhaft, die gewaltige finanzielle
Belaftung infolge der Kriegsiahre, die Verteuerung der Lebenshaltung,
die Wohnungsnot, alles Henmnmiffe, die auch über die Kriegsjahre hin-
aus fi geltend machen werden. Doch all diefe gewaltigen Schläge und
Wunden find es nicht, die un8 mit Beforgniz für die Zunuft erfüllen.
Sewiß ft die Hoffnung berechtigt, daß nad Wiederkehr des Friedens
eben]o wie nach dem Kriege von 1870/71 dur Vermehrung der Heiraten
und Geburten dieje Lücden fich bald wieder füllen. Ein Bolt, das fig fo
in Pflihtgefiht, Opferfinn und Dijziplin bewährt, jolde Heldentaten voll-
bracht hat, wie unfer deutjches Volk in diefer Kriege, wird auch die fittlidhe
$raft gewinnen, Jid) eine neue, glänzende Zukunft zu gründen und- die
neueroberte Weltitellung Kegreich zu behaupten und zu feitigen. Vielleicht.
daß die innern Jeelijchen Erjhütterungen der furchtbaren Kriegsereignifle,
die religtö8-fittlide Erneuerung, die Sehnfucht nach Heimat und zamilie,
die gefteigerte Spannfraft und Hoffnungsfreudigkeit nad Kraftvoll er»
tungenem Siege auch die Freude und den Sinn für die fidH mehrende
Hamilie mächtig fördern. SIedenfalls: die Wunder. und Wirkungen des
Krieges [Aredten unz nicht, wenn un8 nicht die Erinnerung an die legten
Sahre vor dem Kriege fo fHmerzlih in der Seele brennte und- uns mit
idiwerer Sorge erfüllte: das ijt jene 1OHleidhende, tücifhHe
Krankheit, welde unfern ftarken VBollsorganismus zu zermürcbhen
und zu Siehtum und Zod zu führen drohte, der be wu Bteund Fre
bentliqg herbeigeführte Seburtenrücdgang. Wenn
dieje Entwidlung, die mit dem neuen Jahrhundert verhängnisvoll begann,
nach dem Kriege von neuem einfebt oder foaar Jich veritärkt, dann märe
‘) Siteratur über die Frage des Seburtenrüdganges ift am Schluffe diefer
Schrift zujammengeijtellt. Soweit Schriften diefer Zufammenftellung angezogen
merben, wird nur Verfaller oder Stichwort des Fitel8 anaeführt.
Die, Gebhurtenrüdagana und Sozialreiorm ?