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Der Geburtenrüdgang im Lichte der Statiltik 225
8. Der Geburtenrüdgang fand einen gewiffen Ausgleich durch die [in
fendeSterbeziffer.!) Diele ftellte {ich (einfHließlich Totgeborenen)
in den Jahrzehnten von 1851—60 bis 1901—10 wie folgt: ?)
27,8 28,4 28,8 26,5 23,5 19,7
Dagegen in den Jahren 1911 dis 1913:
18,22 164 158.
Mit bejonderer SGenugtuung darf es begrüßt werden, daß diefer Nüd-
gang vor allem den Säuglingen zugute gefommen ijt. Bon 1000
Lebenden unter einem Jahre jtarben 3. B.:
1901: 20,7; 1913: 15,1.
Sewiß ift das ein Gewinn, berechtigt aber noch nicht zu einer optimifjtijdjen Be-
arteilung des Geburtenrücdganges, der in der gleichen Zeit auf je 1000 Einwohner
‘9 mie folat ergab:
1901: 35,7; 1918: 27,5 pro Taufend.
Dabei darf nicht vergeffen werden, daß ein Nüdgang der Säuglingsfterblichkeit z. DB.
um 5 auf je 100 Zebendgeborene nach dem Heutigen Bevölterungsjtand Höchftens
einen Zuwachs von 12000 Kindern jährlihH ausmacht, während ein Rüdgang der
Seburtenziffer um 5 Prozent einen VBerlujt von 95 000 Kindern bedeutet,
Die günitigere Sterbeziffer der Säuglinge macht fichH übrigens auch in den folgen:
den Lebensjahren geltend, Die „Aufwuchs3ziffer“ hat fidh {tetig verbeffert.
Während 1875 von je 100 Geborenen männlichen Sejdhledht8 in Preußen bloß 58,2
das 20. Lebensiahr erreichten, waren e8 1885 [don 60,7; 1895: 64; 1905: 68,2 und
1914: 68,6. (Wbfolute Ziffern im Preuß. Stat. Sahrb. 1915, 28.)
4. Dank der jinkenden Sterblichkeit Hatten wir noch immer einen ftarken
natürlihen Bevölkferungsüberfdhuß®) der fidH 3. B. für die
Jahre 1903—1914 ftellte auf:
812173 862664 792839 910275 882624 884 061
879113 739945 839887 833800 766 037.
(Sortf. S. 227)
1) Sahrbuch 1916, 10.
2) Zur Erläuterung: Die Geburtenzif (er gibt an, wieviel Geburten in einem
beftimmten Jahre auf je 1000 der mittlern Bevölkerung entfallen. Die Sterbe
ziffer bringt das entfpredhende Verhältnis für die Todesfälle, Die Frucht
barfeit3ziffer bringt zum Ausdrud, wieviel Geburten auf je 1000 im gebär.
fähigen Alter ftehende Zrauen entfallen. Wird dabei da3 Verhältnis der Zahl der
eheliden Seburten zu der Zahl der im gebärfähigen Alter ftehenden Chefrauen
feftgeftellt, fo fpridt man von ehelidher Fruchtbarkeitsziffer, Das gebärfähige
Alter wird in der Statijtik verfchieden angenommen: von 15 bis 45, oder neuerdings
immer häufiger von 15 bis 50 Jahren. Die AufwucGhH83ziffer, welche in kehter
Beit von mandjen Seiten in den Vordergrund gerüdt wird, {tellt fejt, wieviel Perfonen
(pro 1000) von einent Geburtenjahrgang in die verfchiedenen folgenden Lebensjahre
Yineinwacdhfen. Der natürlidge Bevölkerungsüberf{hnß wird ge:
Funden, indem man von der abjoluten Zahl der Geburten eines Jahres die abfolute
Bahl der Sterbefälle abzieht. Infolge der Wanderungen dedt fiH die tat[äcdlihe
Bevölferungszunahme mit diefer errechneten Zahl meiften3 nicht,
% Stati[tif des Deutfdhen Reiches, Bd, 266, S, 18°.
Dige, SGeburtenrüdgang und Sozialreform 2