52 Hite, Geburtenrüdgang und Sozialre[orm
diejenigen, die an ihre bildende und veredelnde Macht glauben, mit ir
diefen Kampf eintreten. Erft müfjen die Schaufenfter, die Blicherauslagen,
die Kunfthandlungen ufjv. von den Produkten der Korruption gründlich
gefäuhert werden, dann ft auch wieder Pla für die Erzeugnifje edler Poefie
und Kunft. Zugleid muß eine zielbewußte Agitation für die Verbreitung
guter Literatur und Kunft, die Geift und Herz bereichert, zu edlern Lebens
zuffaffungen und, Taten erzieht, eintreten, Bildungsvereine, Standes-
vereine und fonitige Organilationen müffen durch Vorträge und Kurfe,
dur Lefellubs, durch Theateraufführungen ujw. In Das Verftändnig
einführen, mit den beften Werken bekannt machen. In Sffentlichen Biblio-
fGeken — auch Konfeffionellen — und Lefezinmern muß die Gelegenheit
geboten werden, je nach freien Stunden der Lektüre zu pflegen. Wber auch
jede Familie muß mit einer Heinen Hausbiblioihet ausgerüftet jein, und
auch daz Vorlefen in der Familie follte ‚wieder mehr Sitte werden:
Durch Führungen in Kirchen, Mujeen aufm. muß der Kunjtjinn gemwedt und
geübt werden. Dies [ind auch die beiten Wege, der bedenkliden Veran
qunashrcht und dem Wirtshauzbeluch entgegenzumwirken.
FL efjorm unjerer Lebenzanichauungen und Lebensführung
Yicht weil wir ärmer, fondern weil wir an]prudhsvoller
zjemorden [in D, Hat die Bahl der Cheidhließungen und Geburten ab:
zenommen. Hier bei uns jelbit Hat deshalb auch zuerft die Neform einzujeßen.
a) Wir müflen brechen mit dem Materializmus der Le
benzZanfdanungen, der einfeitigen Wertidhäbung von Geld und
But und Ehrenftellung. Gemwip, wer möchte ficH nicht Freuen, daß das deutfche
Bolt wirtichaftlih und Kulturell vormärtsgefommen it? Insbefondere wir
Katholiken jollen uns beeifern, den Vorwurf der „Inferiorität” auf Ddie-
jem Gebiete Lügen zu ftrafen. Denn auch die Güter diejer Welt Können
und follen dem Guten dienen: der Förderung von WiffenfHaft und Kızult,
der religiös-fittlihen und kulturellen Hebung unferes Volkes, auch der
innern Bereicherung des eignen Lebens und des Qeben3 der Gemein-
Ichaft. Geld und gefellichaftliche Stellung fichern auch Einfluß im Sfjent-
lichen Leben, in Literatur und reife, in der Politik ujıy. Aber dabei
oleibt doch in Kraft: daß „dem Reiche Gottes und feiner Serechtigleit“
der erfte lag gebührt, und dann daS übrige „beigegeben wird“, während
ein Volk, das bloß der Kultur des Diesfeits lebt, dem Lofe des fittliden
und phylildhen Zufammenbruchs, des nationalen. Selbitmordes nicht ent-
gebt. Einkehr und Rückkehr zu den alten Yenlen des deutfchen Bolkes
tut not: Hochihägung, Liebe und Opferfreudigleit für Familie und Heimat,
jür Neligion, Kirche und Vaterland, Berufstreue und Gemeinfinn. Diele
innen Güter werden allein auf die Dauer beglüden und unfer Volk aroß
und Hark machen für die Gegenwart und Zukunft.