Full text: Lohnpolitik

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Arbeitsgemeinschaften gegen Ausgang des K rieges. 
Damit war ein gewiffer Höhepunkt erreicht, freilich zuletzt 
nicht mehr in organifcher Entwicklung, fondern mit einem 
gewiffen Zwang unter dem Druck der Kriegsereigniffe. 
So ift es erklärlich, dajz grojzeMaffen dei gewerk 
schaftlichen Lohnpolitik angefchloffcn und unterstellt wurden, 
welche die grundlegenden Ideen niemals durchdacht und ver 
standen hatten. In diefen Maffen fand der Rätegedanke 
und die Syndikalistische Lohnpolitik der 
Revolution infolgcdeSSen einen guten Nährboden. Zeitweilig 
beftand die G e f a h r, dajz durch diefc Entwicklung die G c- 
werkfehaften ganz beifeite gefchoben und 
die Bahn einer geordneten Lohnpolitik 
verlaffen würde. Dicfe Gefahr war fo grojz, dajz 
beifpielsweife der Entwurf des Betriebsrätegefetzes fogar 
Gefetzesvcrfchläge enthielt, die in ihren Konfequenzen der 
gewerkschaftlichen Lohnpolitik feindlich gewefen wären. Ich 
denke da an Vorfchläge, wie die folgenden! 
Die Betriebsräte feilten das Recht erhalten, gewiffe Pro 
zentsätze vom Lohn der Arbeiter eines Betriebes einzubehalten. 
Die Belegschaften eines Unternehmens, deffen Werke weit 
auseinander lagen, beiSpielsweifc Arbeiter der Firma Krupp 
in Effen, München, Kiel ufw., feilten einen einheitlichen 
Betriebsrat bilden können. Man denke fich dicfe Organisation 
zu Ende und dann mit Zwangsbeiträgen ausgeftattet, fo ift 
klar, dajz damit die Einheit des Metallarbeiterverbandcs 
aufgelöft worden wäre. Dicfe Gefahren dürfen heute wohl 
als überwunden gelten. Die Gewerkschaften haben die Lohn 
bewegung wieder in ihrer Hand. Wir dürfen uns diefes Er- 
gebniffcs freuen. 
Gleichzeitig hat die Tarifpolitik eine weitere Vervollkomm- 
nung erfahren. Durch die Verordnung über Tarifverträge 
vom 23. Dezember 1918 ift für die vertragfehiiejzenden
	        
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