fullscreen : Lexikon der Handelsgeographie

76  Braunschweii
Staatshaushalt.  Die  Finanzperiode
ist  dreijährig.  Geschieden  behandelt  werden ­
  der  Staatshanshaltsetat  und  derKammeretat.
  Außerdem  wird  besondere  Ñiechnung
  geführt  über  den  Kloster  -  rmd  Stndienfonds.
  Der  Klosterkapitalfonds  beträgt ­
  etwa  4,850,000  Mk.  Die  Domänen
umfassen  ca.  45  Güter,  250,000  Morgen
Wald,  ferner  Berg-,  Hütten-  und  Salzwerke.
  Das  Budget  für  1880,  resp.  1881  ist
in  Einnahme  und  Ausgabe  auf  8,593,570
Mk.  festgesetzt.  Gegen  1879  haben  sich  die
Staatsbedürfnisse  um  1,087,570  Mk.  erhöht, ­
  welcher  Mehrbetrag  durch  den  Überschuß ­
  bei  den  indirekten  Steuern  (507,255
Mk.)  und  die  Mehreinnahmen  von  der
Lotterie  (630,700  Mk.)  beschafft  wurde.  —
Die  verzinsliche  Landesschuld  belief  sich
Ende  1879  auf  34,423,707  Mk.,  die  Kammerschnld
  auf  1,029,542  Mk.  Außerdem
ist  ein  verzinsliches  Prämienanlehen  von
49,582,860  Mk.  aufgenommen,  welches  in
56  Jahren  (1869—1924)  durch  Auslosung
mit  63  Mill.  Mk.  zurückgezahlt  werden
wird;  zu  dessen  Tilgung  sind  jährlich
1,219,740  Mk.  erforderlich.  Die  Aktiva
betrugen  Ende  1879  :  45,006,110  Mk.,
demnach  Gesamtschnld  (nach  Abzug  der  Aktiva) ­
  40,029,999  Mk.  An  das  Reich  wurden ­
  abgeführt  im  Etatsjahr  1879—80  an
Zöllen  und  Verbrauchssteuern  9,780,876
Mk.,  wovon  auf  die  Rübenzuckersteuer
allein  7,316,181  Mk.  entfallen.  An  Matrikularbeiträgen
  hat  das  Herzogtum  für
1881-42:  667,304  üRf.  g»  (Die
Finanzlage  des  Staats  ist  seit  dein  Verkauf ­
  der  Bahnen  eine  sehr  günstige;  40
Proz.  der  Einnahmen  rühren  aus  Zinsen
von  Staatsgeldern  und  aus  Überschüssen
der  Domänen  her.
Braunschweig,  Hauptstadt  des  gleichnamigen ­
  Herzogtums,  im  Knotenpunkt
mehrerer  Eisenbahnen  (nach  Magdeburg,
Hannover,  Holzminden  rc.)  gelegen;  (isso)
73,300  Einw.  Konsulate  für  Peru  und
Vereinigte  Staaten.  —  Wichtigste  In  duft ­
  rieerzengnisse:  Rübenzucker  (roh  und
raffiniert),  Eisengußwaren,  Maschinen,
Würste  (1876  wurden  23,414  Schweine
geschlachtet  im  Fleischwert  von  4,425,246
Mk.),  Inte-  und  Flachögewebe(6000Feinnnd
  600  Zwirnspindeln,  280  mechanische

—  Bremen.
Webstühle),  Leder,  Handschuhe,  Wollund
  Banmwollzeug,  Branntwein,  Bier
(»Mumme«),  Pfefferkuchen.—Der  H  a  n  -
del,  zum  großen  Teil  Speditionshandel,
wird  durch  dieLage  zwischen  Hamburg  und
Leipzig,  Hamburg  und  Frankfurt  a.  M.,
Bremen  und  Leipzig,  Lübeck  und  Frankfurt
ausnehmend  begünstigt,  und  auch  außer  der
Meßzeit  ist  der  Vertrieb  von  ausländischen
u.  einheimischen  Produkten  und  Mannfakten ­
  :  Getreide,  Spargel,  Flachs,  Garn  ».  a.,
ein  sehr  bedeutender.  Der  Export  nach  den
Vereinigten  Staaten  belief  sich  1878  auf
3,574,544  Mk.,  1879  auf  2,737,667  und
1880  auf  3,743,77  IMk.,  wovon  anfEhcmikalien
  und  Lederwaren  mehr  als  die  Hälfte
kommt.—  Die  beiden  Messen:  Lichtmessc
(Anfang  am  Donnerstag  der  Woche,  in
welche  Lichtmeß,  2.  Febr.,  fällt)  und  Lanrentiimesse
  (am  Donnerstag  der  Woche,  in
welche  der  Lanrentiustag,  IO.  Aug.,  fällt)
waren  ehemals  bedeutender.  1876  betrug
die  gesamte  Zufuhr  in  der  Wintermesse
15,941  Etr.,  Sommermesse  19,249  Ctr.,
wovon  2 /s  verkauft  wurden.  Wollmärkte
finden  im  Juli  und  August  statt  ;  zum  ersten
gingen  572,  zum  zweiten  332  Ctr.  ein.  —
Kreditwesen.  Die  Reichsbankstelle  hatte
1880  cinenGesamtnmsatz  von  372,097,200
Mk.,  davon  Wechselverkehr  89,285,100,
Giroverkehr  270,865,700  Mk.  Außerdem
bestehen:  die  Braunschweigische  Bank  (Kapital ­
  :  10,500,000  Mk.),  Braunschweigische
Kreditanstalt  (6,750,000  Mk.)  und  die
Brannschwcig-Hannöverische  Hypothekenbank ­
  (9  Mill.  Mk.),  sowie  eine  Feucrversicherungsanstalt
  für  daS  Land  B.  und  eine
allgemeine  Anstalt  für  Lebens-  und  Renteiiversicherung.

Bremen,  deutscher  Freistaat  mit  dem
offiziellen  Titel  »Freie  Hansestadt  B.«,
ans  drei  Teilen  bestehend:  StadtB.,Vegesack ­
  und  Bremerhaven;  257  qkm  (4,66
QM.)  mit  (isso)  156,089  Einw.  gegen
1875:  142,200  Einw.  Der  Staatshalt ­
  ö  h  a  l  t  ö  e  t  a  t  für  1880  beträgt  :
Einnahmen  ....  10852150  Mark
Ausgaben  ....  11536330
Es  ergibt  sich  also  für  1880  ein  Defizit
von  734,180  Mk-  —  Die  Staatsschuld
feetrug  zu  Ende  1879:  81,010,167  Mk.
Unter  den  Ausgaben  für  1874  befanden
            
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