Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Z ahlangsbereitschaft. 
2. die tatsächliche, die innere Liquidität, wie sie sich dar 
stellt, wenn die Qualität der Bilanzzahlen in Berücksichtigung 
gezogen wird. Diese Berechnung ist ungleich schwieriger, aber 
auch wertvoller als jene unter 1. Sie ist schwieriger, weil die 
Jahresbilanzen nicht unter dem Gesichtspunkt der Zahlungs 
bereitschaft aufgestellt werden. Sie lassen in dieser Hinsicht 
die nötige Klarheit vermissen. Die Aktivseite muß freies und 
gebundenes Vermögen (S. 227) trennen, die Deckung der De 
bitoren, die Laufzeit der befristeten Forderungen, wie Wechsel- 
und Buchforderungen, angeben. Die Schulden sollen unterteilt 
werden nach ihrer Laufzeit in sofort und kurzfällige sowie feste 
Schulden. Die Verteilung der Debitoren (entsprechend der 
Stückelung der Hypothekendarlehen, der Hypothekenbanken) 
nach geographischem Gebiet, nach der Höhe der einzelnen Kre 
dite, Gruppierung der Buchkredite nach Geschäftszweigen usw- 
Die Liquiditätsberechnung auf Grund einer Bilanz darf 
nicht die Aktivseite allein betrachten. Ein Teil der flüssigen 
Mittel bleibt stets durch die Deckungsdringlichkeit der Schulden 
gebunden. Die Depositengelder der Banken beispielsweise sind 
nicht in ihrer vollen Höhe frei verfügbar, ein Teil der Barmittel 
muß stets zins- und ertraglos zur Wiederauszahlung an die 
Depositengläubiger bereitgehalten werden. Ebenso für andere 
sofort fällige Verbindlichkeiten, wie Dividenden und Zinsscheine, 
tägliches Geld der Börse. Die Häufigkeit und Regelmäßigkeit 
des Geldbedarfs behufs Schuldentilgung Und Bestreitung der 
laufenden Ausgaben für Verwaltung und Betrieb der Unter 
nehmung sollen bei Beurteilung der Angemessenheit flüssiger 
Mittel berücksichtigt werden. 
Der Gliederung der flüssigen Mittel nach dem Grade ihrer 
Verfügbarkeit muß eine Ordnung der Schulden nach dem Grade 
ihrer Deckungsdringlichkeit parallel gehen. Der Flüssigkeitsgrad 
ist nicht einfach zu ermitteln. Gewöhnlich werden Buchforde 
rungen im allgemeinen in eine niedrigere Klasse verwiesen, und 
doch ist die größere oder geringere Nähe des Verfalltages der 
Forderung, die Einbringlichkeit, die verzögerte Zahlungsweise 
in einzelnen Geschäftszweigen mit zu berücksichtigen. Auch 
die Möglichkeit einer vorzeitigen Einziehung der Forderungen 
unter Zinsennachlaß ist zu erwägen. In- und ausländisches
	        
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