Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Zahlungsberoitschaft

Schon  dieser  Gruppierungsversuch  *)  zeigt,  welch’  unerfüllbare ­
  Voraussetzungen  für  eine  praktisch  brauchbare  Berechnung
der  Zahlungsbereitschaft  gemacht  werden  müssen.  Solche  Berechnungen, ­
  in  Zeitungskritiken  der  Bankbilanzen  beispielsweise,
bleiben  eben  stets  Rechnungsoperationen,  willkürliche  Zusammenfassung ­
  und  Zusammenstellung  von  Bilanzzahlen,  für
deren  Zuverlässigkeit  die  wichtigsten  Unterlagen  fehlen:  die
Kenntnis  der  Güte  und  des  Grades  der  Greifbarkeit  der  gewöhnlich ­
  zu  den  liquiden  Mitteln  gerechneten  Aktiva.  Sie  stützen
sich  auf  das  Augenblicksbild  eines  Tages,  neuerdings  auch  auf
die  Durchschnittsbilanzen  der  Kreditbanken  (s.  20.  Abschn.).
Die  Methoden  der  Berechnung  sind  nicht  einheitlich.  Stellt
man  solche  Berechnungen  für  normale  Zeitläufe  auf,  werden
sie  andere  Ergebnisse  bringen  wie  Berechnungen  für  Zeiten  der
Krisen,  des  Krieges  usw.  Immerhin  liefern  Liquiditätsberechnungen ­
  bei  gleichmäßiger  Anwendung  der  Methode  interessante
Vergleichszahlen  für  Unternehmungen  der  betreffenden  Erwerbsgruppe ­
  und  für  die  einzelnen  Unternehmungen  selbst.
Sie  sind  auch  in  ihrer  Unvollkommenheit  ein  wertvolles  Hilfsmittel ­
  für  die  Beurteilung  einer  Unternehmung  ®).  Einen  guten
Maßstab  für  die  Liquidität  der  Banken  während  des  Berichtsjahres ­
  gibt  das  Studium  der  Wochenausweise  der  Reichsbank,
der  Zentralgeldquelle  auch  der  Kreditbanken.  Verschlechtert
sich  der  Status  der  Reichsbank  infolge  der  bedeutenden  Geldansprüche,
  dann  dürften  sich  die  liquiden  Mittel  der  Privatbanken ­
  keinesfalls  erhöhen.  Bei  zunehmender  Geldknappheit
dürfte  auch  die  Zahlungsbereitschaft  der  Banken  abnehmen.
Zu  den  flüssigen  oder  disponiblen  Mitteln  im  allgemeinen
können  nur  die  nicht  durch  Vertrag  usw.  gebundenen  Vermögensobjekte ­
  gerechnet  werden.  Der  Wertunterschied  zwischen
der  Summe  der  bereiten  Mittel  und  der  Summe  der  Verbindx
 )  Ein  belgischer  Kommissionsentwurf  (1883)  klassifizierte:
Actif  immobilise  Dettes  de  la  sociötä  envers  elle-„
  röalisable  ä  long  terme  ..  memes  (!)
„  disponible  ou  röalisation  ä  Dettes  ä  long  terme
eourt  terme  ...  „  exigibles  ä  court  terme
sit.  nach  Verley,  Le  bilan  dans  les  soci^tös  anonymes.  Paris  1906  (p.  111).
2 )  Frankfurter  Ztg.  vom  20.  August  1915:  Die  Liquiditäts-Berechnung
der  Banken.
            
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