Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Abschreibungen. 
S. 222f. erörtert. In bilanztechnischer Hinsicht gibt es: 1. offene 
oder sichtbare und geheime oder unsichtbare Abschreibungen; 
2, regelmäßige, notwendige und übermäßige, gleichmäßige oder 
ungleichmäßige Abschreibungen; 3. außerordentliche notwendige 
und außerordentliche freiwillige. Die Wirkungen der übermäßig 
hohen Abschreibungen sind, wie die offenen Reserven, nach der 
Rechtsform der Unternehmung verschieden zu beurteilen. Es 
sind im allgemeinen einkommensteuerpflichtige stille Reserven. 
Die Bilanzabschreibungen sind nicht identisch mit den Selbst- 
kostenabschreibungen, die einen Bestandteil der Erzeugungs 
oder der Selbstkosten bilden (vgl. meine „Selbstkostenberecb- 
nung“). 
Die Abschreibungen als Kapitalverluste auf Bestände wirken 
bilanztechnisch wie Verlustausgaben. Wenn von zweifelhaften 
Forderungen angemessene Beträge „abgeschrieben“ werden, so 
bedeutet diese Abschreibung Absetzung vom Nennwert infolge 
Minderwertes, noch nicht realisierten, aber voraussichtlichen Ver 
lust, der durch Abschreibungsbewertung antizipiert wird. Bei 
zu hohen Abschreibungen können nachträglich Bewertungs- oder 
Abschreibungsgewinne durch Mehreingang entstehen. Wenn hin 
gegen im Falle des Konkurses eines Schuldners der Ausfall ver 
bucht wird, so ist dieser Betrag Verlust und soll in der Ertrags 
bilanz nicht als „Abschreibung“ bezeichnet werden. 
Häufig werden die Abschreibungen in der Gewinn- und Ver- 
iustrechnung überhaupt nicht angegeben, sondern verschleiert, 
um der Verwaltung der Unternehmung in der Abschreibungs- 
politik freie Hand zu lassen. Die „üblichen Abschreibungen 
Depreciation, Reserves and Reserve-Founds, 2 ed. London 1907; Lemaire, 
Des amortissements et des rfiserves dans les sociätüs industrielles. Liege, 
l’auteur, I. Bd. 1907; Passow, Bilanzen, S. 137 ff.; Fischer, Bilanzwerte 
I. S. 55 ff.; F äs, Die Berücksichtigung der Wertminderungen des stehen 
den Kapitals in den Jahresbilanzen der Erwerbswirtschaften. Tübingen 
1913 (Zeitschrift f. d. ges. Staatswissenschaft, Ergänzungsheft); Paul, Die 
grundsätzlichen Unterschiede und die bilanzmäßige Behandlung des Er- 
neuerungsfonds, Ersatzfonds, Reservefonds, Tilgungsfonds und Heimfall- 
tonds. Berlin 1915; Haas, Die Rückstellungen bei Elektrizitätswerken und 
Straßenbahnen. Berlin 1916. Schmulenbach, Grundlagen dynamischer 
Bilanzlehre, 2. Auf!., Leipzig 1920, S. 74 f. Kreuknü, Depreciatie en Re 
serve fondsen, Rotterdam 1897 (Maandblad voor heet Bookhonden).
	        
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