Full text : Aktive Währungspolitik

privat-  und  volkswirtschaftliche  Bedeutung  der  Preisschwankungen.

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um  die  Arbeiter  und  das  Rohmaterial  zu  bezahlen  und  für  den  eigenen  Lohn
(Unternehmergewinn).
Geht  nun  der  Erlös  der  1000  Ballen  durch  einen  preksfall  von  etwa
25%  von  100  000  auf  75  000  zurück,  so  bleiben  für  Rohstoffe,  Löhne
und  Gewinn  nur  55  000  zurück  (nämlich  75  000  —  20  000),  da  ja  die
obengenannten  Unkosten  von  den  Konjunkturen  unberührt  bleiben.  Rechnen
wir,  daß  Löhne  und  Rohstoff  gleichfalls  25%  km  preise  zurückgehen  (was
aber  nicht  für  die  Löhne  sofort  zutrifft),  so  hätte  der  Unternehmer  hierfür
80  000  -7  25  —  60  000  zu  zahlen.
So  stellt  sich  dann  die  Bilanz  wie  folgt:
Von  den  Konjunkturen  unberührte  Produktionskosten  ....  20  000
Rohstoff  und  Löhne  nach  25°/«  Konjunkturrabatt  ....  .  60  000
Kosten  80  000
1000  Ballen  zu  100  mit  gleichem  Konjunkturrabatt  (25%)  .  75  000
Verlust  5  000
Dieser  Verlust  rührt  direkt  von  den  Produktionskosten  her,-  er  hat  nichts
zu  tun  mit  dem  Jnventurverlust,  den  derselbe  Unternehmer  dadurch  erleidet,
daß  er  wie  der  Kaufmann  von  seinem  Lager  an  Rohstoffen,  Halb-  und
Fertigprodukten  einen  der  Baisse  entsprechenden  Abstrich  machen  muß.
Bei  der  Inventur  hat  der  Unternehmer  nach  gesetzlicher  Vorschrift  nicht  den  Kostenpreks
(den  preis,  den  er  bezahlt  hat)  anzurechnen,  sondern  den  Marktpreis,  d.  i.  den  preis,  den  er  am
Tage  der  Inventur  anlegen  müßte,  um  sich  in  den  Besitz  der  Inventursrücke  zu  setzen.
Eigentlich  müßte  dieser  Abstrich  sogar  auf  das  sonstige  Kapital  (Häuser,
Maschinen,  Schiffe)  ausgedehnt  werden,  was  man  nur  darum  nicht  tut,  weil
man  weiß,  daß  die  Baisse  ja  doch  wieder  von  einer  Hausse  abgelöst  wird.
Aber  alle  diese  Verluste  der  Schuldner  zugunsten  der  Gläubiger,  die
viele  Milliarden  für  ein  Gebiet  wie  etwa  das  der  Reichsbanknote  betragen,  erscheinen ­
  rinbedeutend  gegenüber  den  Verlusten,  die  das  Volk  als  Ganzes,
Gläubiger  und  Schuldner  einbegriffen,  dadurch  erleidet,  das;  die  Baisse  den
Handel,  die  kaufmännische  Umlage  des  Geldes  rmmöglich  macht  und  damit
die  Entwicklung  der  Industrie  lähmt.  Die  Verluste,  die  die  Schuldner  durch
die  Baisse  erleiden,  existieren  für  das  Ganze  nicht,-  denn  das  Geld  der
Schuldner  fließt  in  die  Taschen  ihrer  Gläubiger.  Wird  der  Schuldner  mager,
so  wird  dafür  der  Gläubiger  um  so  fetter,-  das  Gesamtgewicht  der  Bürger
bleibt  unverändert.  Wenn  sich  aber  der  Kapitalist  auf  dem  Markte  umsieht
nach  einer  Neuanlage  der  bei  ihm  eingegangenen  Gelder  (Dividenden,  bezahlte ­
  Wechsel,  verkaufte  Waren,  zurückgezahlte  Hypotheken  usw.  usw.)  und
ihin  dann  in  Gestalt  der  Baisse  überall  nur  Verluste  entgegenstarren,-  wenn
der  Kapitalist  sich  sagt,  daß  er  bei  der  andauernden  Baisse  gescheiter  handelt,
wenn  er  den  beabsichtigten  Neubau,  die  Gründung  der  Fabrik,  die  Erweiterung ­
  der  Maschinenanlage  usw.  usw.  auf  morgen  verschiebt,  weil  er  doch
morgen  billiger  als  heute  kaufen,  bauen,  gründen  kann:
so  entstehen  nicht  einfache  Verschiebungen  im  Soll  und  Haben  der
Bürger,  sondern  reale  Verluste  für  das  Volksganze.  Denn  die  Arbeiter,  die
            
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