Leuchttürme.
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Niedrigwasser sich befand, einem ebenso heftigen Sturm, wie der, der seinem Vorgänger
2 Jahre zuvor den Untergang bereitet hatte, siegreichen Widerstand leisten. Nach einjähriger
Bauzeit, in der 1600 odrn Boden aus dem Inneren des Senkkastens gefördert waren, hatte
dieser die planmäßige Tiefe von 22 m unter Null erreicht, und es konnte auf dem jetzt für
alle Zeiten gegen Unfälle gesicherten Unterbau mit dem Aufbau des ganz aus Eisen bestehenden
Turmes fortgefahren werden. Am 23. Oktober 1885 wurde der aus Schweden
bezogene Leuchtapparat angezündet. Der Turm hat einen Anstrich in den Farben des Reichs
in 4 m hohen Bändern erhalten und ist dank diesem Anstrich und seinem ausladenden Kopfe
bei Tage 18 bis 22 km weit sichtbar.
In den letzten Jahrzehnten sind zahlreiche Leuchttürme gebaut worden und zwar
aus Holz, Stein und Eisen und in neuerer Zeit auch aus Beton. Holz wird der
Feuergefährlichkeit halber und auch seiner Vergänglichkeit wegen nur für kleine Leuchtfeuer,
wie Hafenleuchtcn angewendet
und da, wo Eisen
und Stein nur mit großen
Kosten zu beschaffen sind, oder
für Türme, deren Versetzung
wegen Änderungen des Fahrwassers
nach längerer oder
kürzerer Zeit in Aussicht zu
nehmen ist. Ein solcher Holzbau
ist der 40 na hohe Leuchtturm
von Pontaillac, welcher
in den Jahren 1856/57 gebaut
wurde, um in Verbindung
mit dem Turm von Terre-Negre
den Schiffen die Richtung
nach der Gironde zu
weisen. Auf Neuseeland, wo
die Erdbeben den Bau massiver
Türme verbieten, sind
in den Jahren 1870/79 vierzehn
Leuchttürme aus dem
dort zu Gebote stehenden vorzüglichen
australischen Holze
gebaut worden. Wo der Baugrund
fest ist und Steinmaterialien
und Arbeitskräfte
ohne zu große Schwierigkeiten
herangeschafft werden können,
ist ein steinerner Leuchtturm
einem Bau aus Eisen immer
vorzuziehen, weil derselbe in gleicher Weise, wie eine Brücke von Stein, dauerhafter und
daher auch billiger zu unterhalten ist, als ein Bauwerk von Eisen. Auch die Standfestigkeit
eines Turmes den Angriffen des Sturmes und der Wellen gegenüber ist durch
die Verwendung von großen, durch ihr Gewicht wirkenden Massen leichter zu erreichen
als bei Eisenkonstruktionen, deren Zusammenhalt und Bestand nur in ihren künstlichen
Verbindungen, die mit der Zeit gelockert werden können, beruht. Dagegen bieten
eiserne Leuchttürme den Vorteil, daß sie in kurzer Zeit und mit wenig Arbeitskräften
aufgestellt werden können, wenn sie in ihre Teile zerlegt, zum Aufstellen
fertig angeliefert werden. Auch ihr Abbruch und ihre Versetzung ist leicht möglich,
wenn eine Unterspülung des Standortes, oder sonstige Gründe die Versetzung nötig
oder wünschenswert machen sollten. Am Hafen von Riga steht ein 32,3 in hoher,
aus eisernen Platten gebildeter Leuchtturm, bestimmt, im Kriegsfalle abgetragen zu
werden, um die feindliche Flotte nicht nur bei Nacht durch Löschen des Feuers, sondern
546. Leuchtbake an der Elbe.