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L 788103 Schafe, 478944 Schweine und 6067 Kamele, gezählt. Auch
die Pferdezucht it, befonders bei den Kofaken, [ehr verbreitet,
Der Don und feine zahlreihen Nebenflüfje zeihnen Koh durch
großen FijdHreidhtum aus; bhejonders ergiebig ijt Der Fildhfang im
Unterlaufe des Don — im Jahre 1911 wurde die Yusbeute auf
weit über 100000 Zentner gefhäbt. Die wichtiglten Filde des Don
iind: Sander, Bracjen, Zärten, Wels, Karpfen, Mellerfiidhe, Störe,
Sewrugen, ferner au Heringe (im Jahre 1911 gegen 2,5 Millionen
Stüd). Der FilHfang an den Ufern des Ajowihen Meeres ijt eben-
Falls fehr ergiebig. Die Filde werden, foweit fie nit als Nahrung
jür die Landbevölferung dienen, in die Städte des Gebietes geliefert,
oder audh in gefalzenem oder geräuchertem, im Winter aud) in ge-
jrorenem Zuftande ausgeführt.
Die verbreitete Annahme, dakz die Landbevölferung des Dongebie-
tes ausiglieblid aus Kofaken beitehe, ijt grundfalih. Mit dem 18. Sahr-
jundert fekte Hier eine [tarke Befiedelung des Gebietes mit [eibeigenen
Bauern ein, die neben den freien Kofjaken in demjelben Abhängig-
‘eitsverhältnis von den Gutsbeligern lebten, wie in den übrigen Teilen
Rublands. . HNudH nach der Aufhebung der Leibeigen[Haft blieb Ddiele
Scheidung zwilden den Kofaken und der übrigen Bevölkerung beltehen,
die insbejondere in den verldhiedenen YWararverhältniffen ihren Aus-
drud fand.
Sm Jahre 1835 wurde jeder Kofakengemeinde (Stanize) ein
Landgebiet, die „Iurte“, zugeteilt, deifen Größe fo bemeffen war, daß
'edem männligen Kofjaken 30 Dekiatinen Land zufielen. Das den
Rofaken in der erfien Zeit ZU Verfügung [tehende Land war mithin
io reiclid, das eine Wbgrenzung des jedem Einzelhof (chutor) zufom-
nenden Landes überhaupt nicht vorgenommen wurde, jondern jeder
‘viel Land in Belig nahm, wie er brauchte. Sn der Folge wurde,
nit der Zunahme der Bevölkerung, wohl almählid zu einer Abgren-
zung des Landes gefchritten, aber nod) im Yahre 1874 kamen noch
zuf jeden männliden Kofjaken 25 Dehziatinen. Infolge des weiteren
itarlen Zuwachjes der Bevölkerung ging der Landanteil der einzelnen
zwar weiter zurüd, aber von einer wirfliden Landnot Äonnte unter
den Kofaken immerhin nicht die Rede jein — betrug doc) der einzelne
Anteil nodH im Jahre 1900 13,5 Dekijatinen. Irokdem ijt die Pro-
jetarifierung audy unter den Stojaken weit fortgejdhritten, und die
Hälfte bewirtjdhaftete ihren Anteil vor dem Kriege nidHt [elbit, Jon-
dern verpachtete ihn an die WohlhHabenderen. Eine nicht geringe Rolle
ipielten bei bdiefer Entwidlung zweifellos die großen Lalten, die der
Heeresdienjt den Kofjaken auferlegte.
Ganz wefentlid ungünftiger geftellt waren die vormals gutsherr-
ligen Bauern. Bei der Aufhebung der Leibeigenihaft betrug der Sees