Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Hauptjade ein nomabifjierendes Leben führt. Die Kulturftufe Ddiefer 
Bölfer[dhaften ift jehr niedrig. Höher jtehen die Syränen, die in den 
5ftliden Teilen der Gouvernements Ardhangeljkt und Wologda leben, 
ein finnijder VBolisjtamm. Sie leben [don in felten Hütten und 
be/Häftigen [id neben Jagd und Fildfang viel mit AWderbau und 
Viehzucht. Im nördliden Teil des Gouvernements Olonez leben die 
Karelen, ebenfalls ein finnijder Bolksjtamm. Die Bevölferungsdidhte ijt 
eine äuberjt geringe, im hohen Norden Iommt nicht einmal ein Menid 
auf den Quadratkilometer, Das ganze riefige Gouvernement Arch- 
angeljf, das 673692 Quadratwerit umfaßt, hat nicht mehr als (1909) 
127000 Einwohner. 
Tank dem FijdHreidHtum fowohl des Meeres, als au der Flülfe 
und der fehr zahlreiden Seen, ijt der FijdHfang, insbefondere im 
äußerjten Norden, eine der wichtigjten Erwerbsquellen der Bevölke- 
sung. €r beginnt dort im frühen Frühling und dauert bis zum 
Oftober. Un der Murmanfküfjte werden StodfijdhHe, [owie viele andere 
Arten, aud Schollenfijdhe gefangen. Hier waren im NYahre 1909 über 
4000 Menjdjen mit gegen 1100 Fahrzeugen mit dem Fildfang be 
IHäftigt, und die Ausbeute betrug nad) ungefähren Schäßungen gegen 
1430000 Bud an Fijden und gegen 37000 Pud an Fijdhtran. Eine nit 
geringere Bedeutung hat der FijÖfang im Weißen Meer; die Yus- 
deute des Yahres 1910 wurde auf 570000 Pud gefhäkgt. Die Haupt» 
tolle [pielt hier der Heringsfang (1910 452000 Bud), außerdem 
werden Stodfijdhe, Dorjdhe, Schollenfijde, Lacdhje, Kumfha (eine Art 
Badhsforelle) u.a. m. gefangen. Mit dem Fijdfang in den SHlüfjen 
und Seen des Gouvernements Archangeljt waren im Nahre 1909 
gegen 30000 Menfdhen befhHäftigt. Die gejamte Fildereiausbeute im 
Gouvernement betrug in diejem Iahre zirka 727000 Pud im Werte 
von gegen 11% Millionen Rubel. Au im feenreidhen Gouvernement 
Olonez bildet der FijdHfang einen wichtigen Erwerbszweig der Bevöl- 
lerung. Im Eismeergebiet bilden die Fijde in Ermangelung von Er. 
zeugnifjen des AWderbaues und der Viehzucht das Hauptnahrungsmittel 
der örtliden Bevölkerung, doch findet aukerdem aud ein recht bedeuten 
der Export von Fijden und FijHprodukten jtatt, Hauptjächlih von 
Heringen, ferner aud) von Dorfdhen und Ladhfen. Die Heringe werden 
in ber Regel in geräudertem oder gefalzenem Zufjtande verfandt, 
Stellenweife be[häftigt fig die Küfjtenbevölferung audy mit Seehundse- 
jang und der Jagd auf die Bjelucha (eine Art Delphine), deren Iran 
jehr gejhäßt und deren Fell als Sohlenleder verwandt wird. Eine 
weitere Erwerbsquelle der Küftenbevölferung bildet das Sammeln von 
Eiern der Seevögel (Möwen, Seetauben, Schnepfen und CEidergänfen). 
Die Eidergänje der Infeln liefern fjehr geldäßte Daunen. 
Die Bedeutung der Renntierzucht, von der fidH noch große Teile
	        
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