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Nah einem Jahrhundert gelingt es Bolejlaw Krzywoulty,
Schiefmund (1107—1138), Hinterpommern volljtändig zu erobern und
Borpommern zu befeben. Wenn aud) diejes Gebiet, wie au ähnlich tand-
[ic gelegene Beligungen als Mähren und das Slowafengebiet jen-
jeits der Tatra, wieder verlorengingen, [0 beherriden dog) Polens
Könige gegen Ende diefer Periode (um das Iahr 1138) ein weitaus-
gedehntes Gebiet, von Hinterpommerns Külte im Norden bis zum
Suß der Sudeten und Karpathen im Süden, von der Oder im Welten
bis jenjeits der Weichjel zum Narew und Bug im Olten. Der Schwer-
unit des Reidhes Hatte [ih von der Gegend um SGnelen und Bolen
im Norden, nad Krakau im Süden verfdhoben.
Un diejem Befjigjtand ändert ji mandes während der zweiten
Beriode der territorialen Entwidhung (1138—1386). In ihr geht
infolge des politijdHen Berfalls des bis dahin geeinten polnijden König-
reides in zahlreihe Teilfürftentümer eine erheblidhe territoriale Ein:
buße vor fig. Vor allen Dingen verliert Polen in diefer Zeit viel
Landbelig im Weiten und Norden. Es bükt ganz Pommern ein, jowie
das Gebiet an der unteren Weichjel, vorübergehend fjogar einf[Hliehlid
Kujawiens. Dadurh wird Polen im 14. Jahrhundert Dolljtändig
oom nördliden Baltijden Meere verdrängt. Blok gegen Südolten
wird unter Kafimir dem Groken (1333—1370) durd Eroberung
Rotruklands ein großer Teil des heutigen Galizien und der Ukraine
für Polen erworben. Zugleid wird unter demfelben Herrjdher die
Annäherung Polens an das Sftlid benachbarte Litauen angebahnt. Sie
findet in der Vereinigung Litauens und Polens in Perfonalunion durch
die Hochzeit des litauijden Königs: Jagiello mit der polnijdhen
Königin Jadwiga (Hedwig) in Iahre 1386 ihren Ab{hluß. Bom
Niemen und der Düna beginnend dur das ganze Flukgebiet des Dnjepr
bis an die Gejtabe des Schwarzen Meeres wird alles Land unter
polnifh-Kitauijdem Zepter vereinigt. Polen wird bhierdurd) zu einem
Reid) von mehr als der doppelten Größe Deutjdhlands. Es ijt der
damals größte flawijhe Staat feiner Zeit, welder andere flawilde
Staaten jener Zeit (Böhmen, Rußland) an Gröke weit übertrifft,
und nit mit Unrecht als einer der mädhtigiten Staaten des derzeitigen
Europas gilt. Zu feinem Mittelpunkt wächit mehr und mehr MWarichau
heran.
Da in der Folge als Lehensgebiete aud nody Preuken und die
Moldau zeitweilig hinzukommen, Hält fidh in der dritten territorialen
Entwidlungsperiode, der Yagiellonifjden Cpode (1386—1572),
Bolen fait zwei Yahrhunderte hHindurdh auf diejem AWreal, das mehr
als um das Drei bis Bierfadhe feine urlprünglide Ausdehnung über-
trifft. Sedo ein [Hwerwiegender Nachteil ijt mit diejem Flächen:
vachstum verbunden aewelen: das volnifch-Kitauifihe Reich iit feit dem