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Der weitaus größte Teil der Güter paflierte die polnijde Grenze
nur im Durggangsverkehr. Nur die eine Schlukfolgerung kann
man aus der hefferen Bahnverbindung mit Deutjdhland ziehen, dab
ber - Handelsverfehr mit Deutichland erheblidh aröker war als mit
Öiterreich-Ungarn.
Eijenbahngüterverkehr zwijden Deutjdland und Polen
(1918): Aus Polen: 721467 Tonnen; nad Polen: 2522151 Tonnen.
Obwohl in Polen die Eijenbahnen in den legten Nahren eine
nicht unerheblide Erweiterung fanden, reihen Jie für die Bedürfnijje
des Landes nicht aus. Die Landittraken behielten demnad) eine
erheblid) größere Bedeutung als bei uns in Deut[dhland. Sie gewannen
jogar an Wert und Wichtigkeit als Zufuhrjtraken 3u den ent|tandenen
Eijenbahnjtationen. Wer aber die polnijden Landijtraken fennt, weiß,
dak diefelben zweimal im Iahre, zur Zeit der Schnee[hmelze und
zur Zeit der herbliden Regen falt vollfommen unfahrbar und ungangbar
jind. Dies ijt wohl auf den, fumpfigen bzw. Iehmigen Untergrund
zurüdzuführen, der eine Schotterung der Straßen außerordentlich er-
[wert bzw. verteuert. Ganz Polen beligt an Kunftitraken ftatiftild
fait 8800 km; wieviele von diejen Straken aber tat]äcliqh als Kunft-
jtraben ausgebaut waren, läßt fig nidt feltjtellen. Abgeflehen von
einigen großen von Weiten nad Often durchgehenden fogenannten Neichs-
jtraßen, die vom rulfijdhen Staat in gutem Zujtande erhalten wurden,
waren die fogenannten Gouvernementsjtraken [Hledt und anldheinend,
befonders vor dem Kriege, abjicdhtlih vernadläfligt.
Der aukferordentlih [Hledhte Zuftand der Walferitraken, die
infolge der Vernachläffigung dur die Regierung mehr und mehr
verfandeten, ihre Lage am Rande bzw. außerhalb der Indultriegebiete,
madcte ihre Verwendung als Handelsjtraken bisher nur in geringem
Umfange möglid. Die 412 km, die die Weichfel (Wijlla) durd) pol-
nildes Gebiet fließt, ihre nicht unbedeutenden Nebenflüjfe, wie Bug
und Narew, find zur Schiffahrt kaum benugbar, für einen regelmäßigen
Dampferverkehr fajt unmöglid, da fie nicht reguliert find. Abhgefehen
von einer ausgedehnten HolzflökHerei, die bejonders im Tranlit-
verkehr mit Galizien eine Rolle fpielte und auf der Weicjel insgejamt
eine Menge von 31 141 469 Bud im Werte von 6,1 Millionen Rubel aus-
machte, wurden bisher fajt nur Iandwirt}Haftliche Erzeugnifje zu Waljer
verfrachtet, wie Getreide, Kleie, Zuder, Rüben und Kartoffeln, außer-
dem Brennmaterialien, Steine, Ziegel und Hölzer, ferner Gerbitoffe,
Petroleum und Kolonialwaren. Für die anderen Rohjtoffe, wie 3. B.
Eijen, Kalk und Kohlen, Ianı der Wallerweg nur in beicheidenen Grenzen
in Frage.
Die Einfuhr auf dem Wafjferwege war aud Nur gering.
Die aroken Mengen ausländiiher Baumwolle, die in Polen verbraucht