Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Schiffen und Dampfern befahren. — Zu erwähnen ijt ferner der aud) 
in das Meichjelitromgebiet fallende WeidhHfel-Dnjejtr-Kanal, der 
yon der Sfterreidh-ungarifHen Negierung in Angriff genommen wurde 
und die Weichjel, ausgehend von Krakau, mit dem Dnjeitr hei Zalelie 
gerbinden fol. Der Kanal fol eine Länge von 338 km Haben und 
wird befonders für die Jüdpolniihe Berawerkindultrie eine erhebliche 
Bedeutung gewinnen. — — — 
Von der Gejamtfläche entfielen in Kongrek-Polen im Sahre 
1909 auf Aderland 56,34 0%, Wiejen und Weiden 14,77 %, Wald 
18,5 0%, Gärten und Hofräume 3,88 V%, Odland und unbejtimmt 
6,9 9%. Danadh nimmt in Polen das AWderland einen fehr erheblichen, 
der Wald einen vergleidhsweifje geringen Umfang ein. 
Zedhlin hat in feiner Wbhandlung über die „Bedeutung der 
Bevölferungs- und Grundbefigverhältniffe in Polen“ gezeigt, 
daß die große Bevölferungsdihte in der Eigenart der Jändlidhen 
Berhältnifje begründet ijt. Für diele find die folgenden Tatlacdhen 
befonders bhezeidhnend: 
1. Über 57 0% des landwirtfhHaftlidH genukgten Bodens befinden 
lid in den Händen des Kleingrundbhefjikes. Die Bauernitellen, 
die daran den Hauptanteil tragen, [ind meijtens außerordentlid Nein; 
dagegen ift die Anzahl der auf einer Stelle als Familie des Bauern 
und als Arbeiter wohnenden Perjonen fehr groß. Im Gouvernement 
Kalilz, das einen wohlhabenden und auf verhältnismähig grohen 
Stellen angejeffenen Bauernitand hat, beträgt die DurdhiHnittsgröße 
einer Bauernitelle 5,7 Hektar; auf jeder Stelle wohnen (wiederum 
im Durofohnitt) 8,7 Perfonen. Die Größe der Bauernitellen jteigt 
gewöhnlid in Gegenden mit geringerem Boden, die Anzahl der auf 
den einzelnen Stellen wohnenden Perfonen vermindert ich aber, ie 
Ihlechter die Bodenverhältnifje werden. 
2, Nur zirka 35 0% der landwirt[HaftliH genukten Fläche ge- 
hören dem GroHgrundbefig. Bei weitem den größten Teil dieler 
Beligungen bilden, befonders im Weidhfelboden, Güter bis 2000 Mor- 
gen. Der fogenannte größere Grundbelig mit Gütern über 2000 Mor- 
gen, der fo zahlreidh in den oftelbijden Provinzen Preukens vertreten 
it, fritt in Polen gegenüber dem HMeineren Grokgrundbejig ganz in 
den Hintergrund. Latifundien find nur wenige vorhanden. 
Diefer Umftand übt auf die Benölferunasdichte einen einfchneiden- 
den Einfluß aus. 
Die Bodenverhältniffe Polens find denen in den preukijdhen 
Oltprovinzen, befonders in Pofen, fjehr ähnlid. Dagegen fteht die 
AderwirtiHaft an Intenfität der in der Provinz Pofen weit nad. 
Vor allem fällt eine große Unausgeglidenheit der polnijhen Land- 
mirtichaft inbezuag auf die Führung der einzelnen Betriebe auf, Neben
	        
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