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Staatswejen geitellt werden müffen, gerecht zu werden, und all die
idhwierigen wirtidhaftliden und fozialen Probleme zu löfen.
Man nimmt an, daß von der gefamten indujtriellen Pro-
duktion Polens nur zwei Fünftel im Lande felbjt verbraut wurden,
drei Fünftel aber nad) dem eigentliden Rukland Wblag fanden. In diejer
Abhängigkeit vom Abjag nad Rußland liegt jebt nad) er»
folgter Abtrennung von Rußland die Schwierigkeit der wirt|Haftlidhen
Entwidlung Polens. Denn Polen entwidelte jid zum SInduftrieland
und fann wer zu einem einjeitigen Agrarland zurüdge[Oraubt werden.
Befonders die polnijde Textilindujtrie wird in Zukunft mit dem
weitaus größten Teil ihrer Erzeugung auf die AWusfuhr nad) anderen
Qändern angewiefen fein, für die fie Feineswegs bejonders günftig liegt
und wo fie überlegenem Wettbewerb und Zokljdhranken begegnen würde.
Ühnlid würde es mit den anderen Indujtrien Hiegen.
Für Polen ijft aber der induftrielle Export die Quelle zur
Dedung des Ymports und der ausländijden VerjHuldung.
Die Möglichkeit irgendeines ausländijdHen Smports hängi
jonad mit der Ezijtenz der polnijden Indujtrie und ihrer regen Export
fähigfeit eng 3zuJammen.
Sollte die Ynduftrie nidt mehr Iebensfähig fein, dann verfhwindet
für Polen au die Möglichkeit, Jeine Bilanz aufrecht zu erhalten. Bei
[older Sachlage aber müfjen die Ajpiranten auf den polniiden Markt
aud von Ymportbejtrebungen Wbjtand nehmen.
Rolens wirt[haftlihe Lage wird aud) auf die politijge Zukunft
des Landes einen entidheidenden Einfluß ausüben. Diejfer Zujammen-
hang verdient Interejje; im Rahmen der vorliegenden Abhandlung
fönnen wir aber hierauf nicht näher eingehen. — -—