Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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waljer an die Oberfläche leiten. Die ganze Anlage it äußerft primitiv 
und die Gewinnung und Nugbarmadung des Grundwallers bedarf 
dringend der BVerbeflerung. 
Grokzügige Pläne [ind vor -dem Kriege von zwei ruljlijdhen Mili- 
täringenieuren, Unanew und Yermolajew, vorgelegt worden: erjterer 
beabfichtigte den MNebenfluß des AUmu-Darja Surdhan zur Bewälfe- 
rung des fruchtbaren Schirabadtales auszunuken, lekterer plante einen 
420 km Iangen Sanal am Amu-Darja unterhalb der Afganijdhen 
Srenze, wodurg 520000 ha Iultivierbaren Bodens gewonnen werden 
fönnten, das erforderlide Kapital hoffte man in England aufzubringen. 
Xn legter Zeit ijt eine neue Art der Bewälfjerung bekannt geworden: 
das Wafjfer wird aus den tief Kegenden Flüjlen mittels einer von 
Maldjinen getriebenen Pumpe auf die notwendige Höhe gehoben und 
in die Kanäle geleitet. Die Bewälferung vermittels artejijdher Brunnen 
ift trogß erfolgreider Berfudhe nod) nidht in größerem Makitabe in An- 
ariff genommen. Viel Könnte nod) erreidht werden durch Verbefjerung 
ber primitiven Kanalanlagen (3. B. ijt die Anlage von Schleufen 
ztemlid) unbekannt) und durch organijatorijdhe Reformen. 
Urproduktion. Der Aderbau ift einer der Hauptproduktions- 
zweige der Bevölkerung, befonders feitdem die Nomaden Jih ihm gleid- 
falls zuwenden. Im Steppengebiet zählt man über zwei Millionen 
Dekiatinen, in Turkeltan über drei Millionen IandwirtjHaftlidh bee 
bauter Fläche. m Steppengebiet [teht an erjter Stelle der Unbau von 
Weizen (61% der bebauten Fläde), an zweiter Stelle der der Hirje 
(14%), dann erft folgt Hafer (13%) und Roggen (5%). AWukerdem 
wird angebaut: Gerfte, Buchweizen, Kartoffel, Mais, Linjen, Erbjen, 
Sladhs, Hanf, ftellenweije audy Tabak, Es hHerr{dht eine ausge[proden 
extenfive Mirtjdhaftsform vor: ein Düngen der Felder findet nidHt 
itatt, das Land wird 3—6 NYahr hintereinander erft mit Weizen und 
Roggen, dann, wenn der Boden ausgefogen fjt, mit Hafer und Gerfte 
befät. Nach einer folden 6—10 jährigen Periode der Exploitation, Kiegt 
der Boden 6—10 Nahre Iang brad, worauf er dann wieder in der 
jelben Weile in Benukgung genommen wird. Geerntet wird durch- 
“Onittlid) 60—70, in fruchtbaren Gegenden 150—180, mandımal [ogar 
200 Bud pro Dekjatine, 
In TIurkeltan wird vorwiegend angebaut: Weizen (45% der be- 
bauten Fläde), Gerjte (10%), Hirfe 6%), Hafer (4%), Roggen 
(200), Baumwolle (10%), Luzerne (8%), Reis (6%), aukerdem Fladhs, 
Sanf, Kartoffel, Maldy (eine Bohnenart) D{hıgara, Mohn, Sonnen- 
blumen, 3Zuderrüben, Melonen, Kürbis, Indigo und Saflor. Der 
Ertrag an Weizen beträgt im Vorgebirge, wo feine KüinjtlidHe Bewälfe- 
tung erforderlidh it, 30—40, auf bewäljlertem Boden 75—100 Pud 
pro Dekjatine. Die Meiskultur [teht in Hoher Blüte, da Reis ein 
17%
	        
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