Die Deutfchen im Ofen
Non W. von Maydell
Zwei deutjde Aktivpoften im Often find trog der Niederlage des
Deutjden Reidhes im Weltkrieg nod) vorhanden. Es find zwei früher
wenig gewürbigte, aber deshalb nicht wenig hedeutfame Tatjadhen:
Die internationale Sprade im ge[hHäftliden Verkehr ijt neben
der früher ruflilden Reidhsjpradghe das Deutjhe, und überall, wo das
Wirt/dhaftsleben reger pulliert, wo wirt]Haftlide Werte gejdhaffen wer-
den, die für den Weltverkfehr von Bedeutung find, da find [andesein-
gefeifene Deutjdhe anzutreffen. Das MWirtichaftsleben im Often ver-
dankt diefen Oftlanddeutjhen und ihrer [Haffenden Arbeit in hervor-
ragendftem Make feine Impulje, und darum war der Geijt der Zeit,
ber in jüngiter Vergangenheit unter zarifher, boljhewijtijder oder
nationaliftiid-Hauvinijtijder Fahne ihre Vernichtung forderte, im Grunde
immer ein Geilt der Selbjtvernidhtung.
Wenn einmal im Olten nad) aller Zerjtörung wieder ein Auf-
bauen beginnen foll, dann wird das ohne deutjde Mitwirkung, ohne
die Oftlanddeutfhen nicht zu verwirfliden fein, Wer den Olten Kennt,
der weiß, dak dies keine Übertreibung der Bedeutung der 21 Millionen
Deutihen ijt, die dort ihre Heimat hatten,
Wen irgendwelde Gründe mit dem Olten in Berührung bringen,
den muß es darum iInterejfieren, von den deutjden MNiederlajjungen
dort zu Hören, wie fie ent/tanden und über weldie Gegenden lie lich
hauptlädlid ausbreiten.
Mit den Deut/Hen im Neid verband die Deutjdhen im Olten das
gemeinjame Bolistum. AWber das Bolisbewuktiein im Reid von 1871
wurde immer mehr durch ein anationales Staatsbewußtjein abgelöft
und verdrängt, und fo Konnte es gefdhehen, dak immer wieder, wenn
außerhalb der Reidhsgrenzen Deutjdhe ihres Bolistums wegen bedrüdt
wurden, in der Prejfe und von hoher amtlider Stelle des Reids —
Idon ungefragt — erklärt wurde: man mijde fid nidht in innere
Angelegenheiten anderer Länder. Im AWusland trug Ddieje anderen
Völkern unverftändlide Haltung dem Reid feine Achtung ein, und
im 3ariiden Rußland wirkte jie wie eine Brovokation, mit den Drang-
Die wirtidhaftliche Aukunit des Ditens
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