Full text : Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Die von der Staatsregierung gewollte NWbwanderung begann; fie nahm
ihren Weg zum Teil ins Wusland, bejonders nad) Nord- und Südamerika,
 der größere Teil der Auswanderer fand aber neue WohHnjiße
 in anderen Provinzen des rujjijdhen Reichs. Die ruljijdhe Staats
regierung Hatte fogenannte „innere“ Gouvernements für die Nieder-[aljung
 der an der RMeichsgrenze ungenehmen deutjdhen Untertanen
quserjehen; jo wanderte eine Anzahl Deutjder aus Wolynien nach
Tula und ließ fid dort nieder; aber viele Iehrten bald wieder zurüd,
und die jtaatlid gewollte Umfiedelung Hatte ohne ftaatlidHe Hilfe
wenig Erfolg. Ein anderes heliehteres Wanderziel waren die Baltijdhen
Lande, hefonders Kurland. Der größte Strom der Auswanderer nahın
aber den Weg nad Weikrukland, in das im Norden an Wolynien
grenzende Gouvernement Minjk. Dort blühte im Anfang unjeres Yahrhunderts
 bis zum Kriegsausbrudh) das Gejhäft der Güterparzellierung.
Nad) Abholzung des Waldes wurde das Land in Parzellen zum Kauf
ausgeboten. Da waren die deut/dhHen Kolonijten, die die Mühe nicht
idgeuten, neues Kulturland zu Haffen, als Käufer willifommen. Wieder
antjtanden neue deut/dHe Bauerndörfer, die noch auf feiner Karte verzeichnet
 find, und deren Exijtenz aud) von Landeskundigen erft entdedt
werben mußte.
Sn Wolynien felbit verfhwanden wohl aus mandjen Gegenden,
wo feine Eigentümerfolonien beftanden, oder Padtikolonien vorherr]dhten,
 die deutfhen Siedlungen völlig oder zum grökeren Teil. Im
ganzen ließ fid) aber Iaum eine abfolute Wbnahme der Kolonijten
fonjtatieren. Mandjen BadhHtkolonien gelang es, wenn aud) unter [Hweren
Bedingungen, ihr Pachtland als Eigentum zu erwerben oder weiter
zu pachten, andere verlieen wohl die alte Gegend, fanden aber anderwärts
 im Lande die Möglichkeit zu neuer Niederlafjung, trogdem durd
Ausnahmegefege der Landerwerb den Kolonijten fajt unmöglid) gemadt
 wurde. Schlieklidg bewirkte der ungSwöhnlid) Hohe natürliche
Zuwachs einen Ausgleid für die Wbwanderung; als Geburtenzahl
der wolynifdhen deutjden Bauernkolonijten wird 72 pro Taujend angegeben
 (gegen 30 im früheren DeutjdHen Reich). Eine ähnlidhy Hohe
SGeburtenzahl gilt au) für die anderen deutjden Bauernkolonijten im
früheren Rußland. Sie find oft jhon vor dem zwanzigiten Lebensjahr
 verheiratet und ziemlid regelmäkig gibt es alle zwei Yahre 20
bis 30 Yahre lang Familienzuwachs.
Die deutiden Bauerniolonien in Wolhynien konzentrieren [id beionders
 in folgenden Gegenden: um Wladimir-Wolynj£k, im weiten
Umtfreife um Lußk, nördlidH von Rowno, zwijdhen Nowograd-Wolynitk
and Shitomir, um Emiltjdhin und weiter im Nordoften Wolyniens;
jerner im angrenzenden Norden des Gouvernements Kiew in der Gegend
von NRadomyll.
            
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