müßte den chronischen Bestand an Arbeitslosen einer
produktiven Verwendung zuführen, die dem Arbeiter immerhin
den unter den gegebenen Voraussetzungen doch wohl
mehr oder weniger über dem Niveau der Arbeitslosenunterstützung
(Notstandsaushilfe etz.) liegenden Lohnsatz x gewährleistet.*°)
Eine solche produktive Arbeitslosenfürsorge würde somit
in Berücksichtigung der oben dargestellten Zusammenhänge
derart beschaffen sein, daß eine Unterstützung der in ihr
zur Verwendung sgelangenden Arbeiter aus dem Arbeitslosenversicherungsfond
wegfällt, um die mit einer übermäßigen
Belastung der Wirtschaft an Beitragsleistungen und deren
Überwälzung auf Konsum und Arbeiterschaft verbundenen
schädlichen Folsen zu vermeiden.
Es wären daher wenigstens im allgemeinen auch jene
bekannten Formen der produktiven Arbeitslosenfürsorge —
sie sind ohnedies über das Stadium des Experimentes bisher
noch kaum hinaussgediehen — trotz manches gesunden Gedankens,
der ihnen zugrunde liest, abzulehnen, deren
Methode darin liest, öffentlichen Körperschaften oder Privatindustrien
Subventionen für die Einstellung von Arbeitslosen,
deren Beschäftigung sonst nicht erfolgen könnte, aus den
Mitteln der Arbeitslosenversicherung etwa in der Höhe der
durch die Einstellung ersparten Unterstützungsbeträge zu
gewähren. Diese Subventionierung auf der einen Seite ginge
eben doch wieder auf Kosten des Reallohnes der jeweils voll-40)
Die Voraussetzung hier und in der Folge ist natürlich die, daß
der Lohnsatz x zumindestens nicht unterhalb des Ausmaßes der Arbeitslosenunterstützung
bezw. etwa !/3 des Vollohnes gelegen ist. Eine derartige
Gefahr käme aber im großen und ganzen wohl nur dann in Frage, wenn
eine plötzliche Vermehrung der Zahl der Lohnarbeiter eintreten würde,
für deren Verwendung der Produktionsapparat der Volkswirtschaft gar nicht
eingestellt und genügend ausgebaut ist. Ein solcher plötzlicher Zuwachs
wäre nur durch Masseneinwanderung zu befürchten. Gegen eine solche
schützen sich aber erfahrungsgemäß die Staaten durch Einwanderungsoder
Einstellungsverbote. Ansonsten zeigt die Erfahrung, daß Produktionssteigerung
und damit Vermehrung der Arbeitereinstellungen schon bei
relativ geringen Senkungen der Produktionskosten möglich ist, bezw.
umgekehrt, daß Steigerungen der Kosten einzelner Produktionselemente
(z. B. des Zinsfußes für kurzfristiges Leihkapital etz.) von einigem Ausmaße
die Absatzfähiskeit im Inlande und insbesondere im Auslande erheblich
reduzieren. Daher wird der Lohnsatz x in der Regel als nicht
allzuweit vom Lohnsatze y entfernt anzunehmen sein.
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