Object: Das Jungdeutsche Manifest

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In jedem Lande kann jederzeit ein Eroberer wie 
Napoleon entstehen und in kurzer Zeit den Friedens— 
taumel der Völker zerstören. 
Aus diesen Gründen gibt es weder eine Abrüstung 
noch eine unbedingte Sicherung des Friedens. Darum 
gibt es auch keine Möglichkeit für ein Volk, auf die 
Pflege seiner Wehrkraft zu verzichten. 
Von Siegfrieo zu Winkelried 
Das Rüsten der Heere und Flotten ist ein unaufhörliches Wett— 
rennen in der Ausbildung der Schutzmittel und Zerstörungsmittel. 
Beide gehören zur Rüstung. Je höher die Entwicklung dieser Rüstung 
fortgeschritten ist, um so größer ist der Unterschied zwischen ge⸗ 
rüsteten und ungerüsteten Völkern. Je mehr aber ein Heer seinen 
Erfolg in der Rüstung sieht, um so ungelenker wird es geistig und 
technisch. Das Ideal waffenstrotzender Heere ist für die germanischen 
Bölker die Heldengestalt eines Siegfried. Die Entwicklung der Ritter⸗ 
heere des Mittelalters führte zur Herstellung einer Waffengewalt, 
gegen die schlecht gerüstete Völker nichts auszurichten vermochten. 
Und doch wurden die Ritterheere durch die schlecht— 
bewaffneten schweizerischen Freiheitshelden überwun— 
den, weil Winkelriedscher Opfermut die technische Uber⸗ 
legenheit überwand. 
So wurde Winkelried, der für die Freiheit seines Volkes starb, 
zur Idealgestalt der waffenschwachen Völker. In ihm verkörpert sich 
die Macht des Freiheitswillens und der Liebe zur Heimat. 
Wenn also waffenschwache Völker den waffenstarken 
die Stirn bieten wollen, so müssen die geistigen Bor— 
bedingungen des Freiheitswillens in ihnen gesichert 
dein. 
Die Dreiteilung des militärischen Organismus 
Die Wehrkraft eines Volkes besteht aus Kriegs— 
material, aus Fachleuten für die Erziehung und Füh— 
rung der Heere und aus Soldaten. 
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