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werker in einem Dorfe sind, um so länger bleiben sie hier an
sässig. Wo in einer Gemeinde nur ein Handwerker vorhanden
ist, arbeitet er für die unmittelbaren Besteller aus dem Heimat
dorf. Wenn wir also annehmen, daß die erste Form des Hand
werks das Wandergewerbe war, so müßte nach dieser Annahme
die Zahl der Handwerker zuerst größer sein als später, zur Zeit
seiner weiteren Entwicklung. Nur das Gewerbe hatte von vorn
herein die Form eines Wandergewerbes, das nicht der Natural
wirtschaft entwachsen war, sondern von auswärts her durch
fremde Stämme in die Gemeinde hineingebracht wurde, die sich
in irgend einem Gewerbe spezialisiert hatten.
Dieser Fall hat wohl auch Bücher und andere irrege
führt, die das Wandergewerbe als erste Form des Handwerks be
trachten. Davon abgesehen, ist das Bedürfnis der Gemeinde
nach einigen Erzeugnissen der Handwerker (Schmucksachen
usw.) so gering, daß diese gleichzeitig ein ganzes Gebiet bedienen
können. Auch in diesem Falle müßte der Handwerker von Dorf
zu Dorf umherziehen.