fullscreen: Finanzwissenschaft

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3. Buch. Die Staatsausgaben. 
Die öffentliche Gesundheitspflege und das Medizinale 
wesen. Erst mit fortschreitender Kultur wurde die hohe Wichtigkeit 
der Gesundheit auch vom Standpunkte des Staates erkannt. Die 
Gesundheit und Kraft des einzelnen ist die Gesundheit und Kraft 
des Staates. Trotzdem bedurfte es namentlich solcher Katastrophen, 
wie die erste asiatische Cholera, um die allgemeine Überzeugung 
wachzurufen, daß auch der Staat sich der Gesundheitspflege an 
nehmen muß, daß er namentlich die allgemeinen Voraussetzungen 
für die Gesundheit des einzelnen, die außerhalb des Bereiches, 
des einzelnen liegen, sichern muß, so die Elemente der Gesund 
heit, Wasser, Luft, Boden, Wohnung, öffentliche Organisation und 
Verwaltung, und daß so verwahrloste Zustände, wie sie namentlich 
in dieser Beziehung England aufwies, nicht geduldet werden dürfen. 
So entwickelte sich die öffentliche Gesundheitspflege zu einem 
kräftigen Zweige der inneren Verwaltung und zwar in dem Maße, 
daß heute schon mit vollem Rechte der Wunsch auftaucht, daß 
das öffentliche Gesundheitswesen mit den damit in Berührung 
stehenden Bevölkerungsproblemen als eigenes Ressort organisiert 
werde. Freilich harren hier auch der Selbstverwaltungskörper und 
der Verwaltungsvereine bedeutende Aufgaben. Die Ausgaben^ 
welche die öffentliche Gesundheitspflege mit sich bringt, sind zum 
Teil präventiver Natur, die aus der eigentlichen Hygiene entspringen, 
zum Teil repressive, die mit dem Medizinalwesen, der Heilung der 
Erkrankten, zusammenhängen. Die hauptsächlichsten Elemente der 
Ausgaben sind folgende: a) Zentralverwaltung (oberste Verwaltungs 
behörden, Medizinallandesrat), b) Spitäler, Sanatorien, Irrenhäuser, 
c) Epidemien, d) hygienische Institute (zum Zwecke des Unterrichts, 
Kliniken, Anstalten für Bereitung des Impfstoffes, Quarantäneinsti 
tute), e) Verbreitung hygienischer Kenntnisse (Kurse für Laien, für 
Krankenpfleger), f) hygienische Investitionen (Trockenlegung sump 
figer Gegenden, Baumpflanzungen, Kanalisierung, Wasserleitung),, 
g) Expropriationen im Interesse der öffentlichen Gesundheit. 
Natürlich ist es hier außerordentlich schwierig, in den sta 
tistischen Daten genaue Orientierung zu finden. Darum nur 
einige Daten. In Ungarn beliefen sich die Ausgaben für öffent 
liche Gesundheitspflege (1913) auf 44,5 Millionen Kronen; von den 
gesamten Ausgaben (mit Abzug der Betriebe) 3,4 Prozent; auf den 
Kopf der Bevölkerung berechnet, 2,08 Kronen. Von den gesamten 
Ausgaben entfielen auf Kinderschutz 8,3 Millionen Kronen, auf 
Krankenpflege 19,6 Millionen Kronen.
	        
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