Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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B. Theorie des Vorranges im Stufenbau. 
Der allgemeinste Grundsatz für die Feststellung der Vor 
rangverhältnisse im Stufenbau ist durchaus eindeutig und ein 
fach, er lautet: 
9. die höhere Ganzheit ist vor der nie 
deren, Gattung ist vor Art. Daraus ergeben sich dann (in 
Ergänzung von 1—8 s. S. 98) folgende Sätze: 
Weltwirtschaft ist vor Volkswirtschaft; 
Volkswirtschaft ist vor Gebietswirtschaft; 
Gebietswirtschaft ist vor Verbandswirtschaft (soweit nicht 
Kreuzungen und Überhöhungen vorhanden sind, d. h. der 
Verband über das Gebiet, z. B. den Bundesstaat, die Pro 
vinz, hinausgeht); 
Verbandswirtschaft ist vor Betrieb; 
Betrieb ist vor Betriebsglied; 
wirtschaftliche Betriebsgliedschaft ist vor Haushalt. 
So unbestreitbar richtig diese Stufenleiter ist, so hinterläßt 
sie doch ein unbehagliches Gefühl. Woran liegt das? Bei 
näherer Betrachtung zeigt sich nämlich: daß der Vorrang 
der oberen über die untere Ganzheit nicht überall dieselbe Be 
deutung haben kann! Unsere obigen Überlegungen ergaben 
denn auch, daß die „Weltwirtschaft" ihre Oberhoheit nicht auf 
alle Sachgebiete der Volkswirtschaft erstreckt (s. oben S. 112); 
die Volkswirtschaft dagegen zeigt eine unendlich größere Fülle 
der Ausgliederung über die unter ihr befindlichen Unterganz 
heiten! Es ist darum nicht alles gesagt, wenn man die Welt 
wirtschaft ebenso über die Volkswirtschaft stellt wie etwa die 
Volkswirtschaft über die Betriebe. 
Die Auflösung dieser Schwierigkeit liegt darin, daß wohl 
die Ausgliederungsmacht der oberen über die untere Ganz 
heit immer dieselbe ist, sich aber in der ganzen Stufenleiter 
nicht immer auf dieselben Ausgliederungsgebiete erstreckt, 
nicht immer dieselbe Fülle von Sachgebieten betrifft. Es ist
	        
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