Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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und Großbetriebe anderer Art an die Stelle der alten Gliede 
rungen getreten. Und selbst dieser größtenteils sehr langsame 
Hergang hatte immer wieder Zustände fürchterlicher Un 
ordnung, Krisen, Wirtschaftszerstörungen großen Stils, zur 
Folge. (Näheres darüber s. unten S. 34 f. und 41 f.) 
Diesen Überlegungen gegenüber müssen all die herkömm 
lichen Redensarten von der „Selbstregulierung" der Verkehrs 
wirtschaft, z. B. durch Hinströmen des Kapitals zu dem Orte 
des größten Gewinnes, durch Ausgleich infolge Wettbewerbs, 
von der absichtslosen „Entstehung" des Geldes durch An 
nahme der absatzfähigsten Ware und ähnliche „automatische" 
Vorgänge, verstummen. (Schon daß „Wettbewerb" als orga 
nisierende Kraft gefaßt werden muß, statt als reiner Ausfluß 
der Selbstbestimmtheit des Individuums, zeigt den Wider 
spruch im Begriffe der Verkehrswirtschaft; darüber s. unten 
am Ende der zweiten Abhandlung.) Die alten Klassiker waren 
da Mch viel ehrlicher. Für sie war es geradezu eine „prä- 
stabilierte Harmonie", ein unerklärliches Wunder, daß im 
Ganzen etwas Geordnetes und Vernünftiges herauskomme, 
wo jeder Einzelne nur tut, was er will. Heute getraut man 
sich nicht mehr, dieses Wunder anzunehmen, behält aber die 
Folgerungen, die die sog. Klassiker daraus zogen, bei! 
Die angeführten allgemeinen Überlegungen genügen be 
reits, um die vollkommen utopische Natur der absoluten oder 
reinen Verkehrswirtschaft klarzulegen. Wirtschaft 
licher „Verkehr" selbständig gedachterEin- 
zelner zeigt sich als unmöglich. 
Das Nachfolgende soll aber noch im Besonderen unsere Be 
hauptung beweisen. 
Geht man nämlich ins Einzelne, so zeigt sich zuerst, daß der 
individuelle Ursprung der wirtschaftlichen Handlungen eine 
Täuschung ist. Die rein psychologische Seite der Sache: daß 
der einzelne Arbeiter oder Unternehmer sich wirklich selber
	        
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