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von dem Begriffe des Tausches aus der des Preises sich erst
ableitet, hiervon wieder jener der Verteilung, so beginne ich
mit der Untersuchung des Tauschbegriffes.
1. Der Begriff -es Tausches.
Wenn man nicht nur die unmittelbare äußere Erscheinung,
sondern auch den Begriff des Tausches dahin faßt, daß der
Pferdezüchter P mit dem Landwirt B, der Börseaner B mit
dem Börseaner A tauscht, so hat man: 1. die Erscheinung in
ihrer äußerlichen Form, gleichsam nach Art einer Augenblicks
aufnahme, getreulich festgestellt; sie aber 2. auch dahin begriff
lich ausgedeutet, daß wirklich der B selber, also selb
ständig und selbstbestimmt, sozusagen selbstwüchsig, seine Hand
lung vornehme (allerdings in Bezug auf den B), der B selber,
selbständig und selbstbestimmt seine Handlung vornehme (aller
dings in Bezug auf den A). Diese Ausdeutung zeigt sich auch
schon in der Form des von der individualistischen Lehre überall
verwendeten Grundbeispieles, wonach der Nomadenstamm
N „zufällig" dem Nomadenstamm Pli begegnet; beide haben
je ein bestimmtes Gut, z. B. der erste Salz, der zweite Eisen,
in verhältnismäßigem Überfluß; beide, tauschen nun diese
zufällig überschüssigen Güter aus. Die äußere Feststellung
(1) jener Erscheinung nun, wonach A und B selbst tauschen,
ist richtig; auch das Nomadenbeispiel ist logisch möglich; die
begriffliche Ausdeutung (2) ist aber falsch und das Nomaden
beispiel nur ein letzter Grenzfall, also kein Grundtypus und
daher als Beispiel unbrauchbar (siehe darüber noch unten
S. 58).
Zuerst steht die Sache so, daß hier die Feststellung mit der
Ausdeutung gleichgesetzt wird: da A und B ersichtlich und hand
greiflich als Tauschparteien auftreten, wird auch schon das
W e s e n des Tausches in diesen persönlichen (und den Persön-