fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Die Arbeitsleistung im öffentlichen Betrieb 
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die Verdienste der einzelnen Rohlenhäuer im Privatbergbau weit 
größere Spannungen als im Staatsbergbau, speziell im Saargebiet. 
Das ist ein deutlicher Hinweis, daß der Privatbetrieb es besser ver 
steht, die Unterschiede, die hinsichtlich der individuellen Leistungs 
fähigkeit zwischen den Arbeitern bestehen, auszunutzen und jeden 
Arbeiter zur höchsten Uraftäußerung anzuspornen. Bei dem Staats 
bergbau wird im Gegensatz hierzu ein gleichmäßiger Lohn aller 
Kameradschaften verlangt, und es wird die Vermeidung eines zu 
geringen ebenso wie eines zu hohen Lohnes gegenüber dem durch 
schnittlichen angestrebt. Diese Lohnpolitik bleibt aber eben nicht 
ohne Rückwirkung auf die Leistung der Belegschaft. Der Bericht 
vom Jahre 1910 sagt darüber: „Die Leute, welche wenig geschafft 
haben, wissen, daß ihnen zugelegt wird, und die besseren Arbeiter 
halten mit der Leistung zurück, da der Anreiz eines entsprechend 
höheren Lohnsatzes fehlt." 
Der zweite wunde Punkt des öffentlichen Betriebs ist die Auf 
rech t e r h a l t u n g d er v i s z i p l i n unter den Arbeitern. Vas hängt 
damit zusammen, daß bei ihm ganz von selbst die Tendenz sich ein 
stellt, den Arbeitern die Stellung von unkündbaren Beamten zu 
gewähren. Auch wy nicht direkt zur Schaffung eines solchen Ar 
beiterbeamtentums übergegangen wird, macht die Ausübung des 
Ründigungsrechts den Arbeitern gegenüber größere Schwierigkeiten 
als im Privatbetrieb. Sn ihren Bemerkungen zu dem Bericht der 
vorhin erwähnten Untersuchungskommission des Abgeordnetenhau 
ses begründet die staatliche Bergwerksverwaltung diese Erscheinung in 
folgender weise: „Im Staatsbergbau ist es nicht so leicht wie im 
Privatbetrieb, aus disziplinarischen Gründen einen Arbeiter zu ent 
lassen. Das Beschwerderecht wird in solchen Zöllen meist bis zur 
letzten Instanz ausgeübt, und in manchen Fällen beschäftigt sich auch, 
der Landtag mit einer solchen Entlassung. Dies führt zu dem un 
erfreulichen Zustand, daß nicht nur fast jede Entlassung wegen Ver 
stoßes gegen die Disziplin, sondern auch die aus diesem Grunde ver 
hängten Strafen in vielen Fällen eine eingehende Berichterstattung
	        
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