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II, 1. Das arbeitslose Einkommen
tausend gehabt, danach muß ich aber bekennen: es waren nur ganz
vereinzelte Existenzen, die sich durch ihren Reichtum der Verpflichtung
enthoben glaubten, eine nützliche Tätigkeit sür die Gesellschaft
zu leisten. Im allgemeinen herrschte auch in diesen Rreisen durchaus
das Gefühl vor, noch bis in das hohe Alter hinein zu produktiver
Arbeit verpflichtet zu sein. Ruch in diesen Rreisen sterben
viele in den Sielen, und wenn manche von der geschäftlichen Tätigkeit
sich etwas früher zurückziehen, so geschieht es nur, um sich ganz
der ehrenamtlichen Tätigkeit in den Organen unserer Selbstverwaltung
oder anderen gemeinnützigen Rufgaben widmen zu können.
Gb unter diesen Umständen ein Bedürfnis vorliegt, an die Stelle
eines sittlichen Gebots, das sich an den einzelnen richtet, an den Staat
die Forderung zu stellen, er möge durch eine Neuorganisation der
Gesellschaft auf sozialistischer Grundlage dafür sorgen, daß überhaupt
jede Möglichkeit zum Bezug eines arbeitslosen Einkommens
aufhöre, das wird man in erster Linie davon abhängen lassen müssen,
ob mit der Existenz des arbeitslosen Einkommens eine schwere Benachteiligung
der anderen volksklassen verknüpft ist oder nicht. Unter
diesem Gesichtspunkte sind ja auch die heftigen Angriffe des Sozialismus
gegen das arbeitslose Einkommen aufzufassen. Die Tatsache,
daß arbeitsloses Einkommen in erheblichem Umfange vorhanden ist,
genügt ihm, um daraus ohne weiteres ungünstige Folgen für die
wirtschaftliche Lage der übrigen Bevölkerung abzuleiten. Alles arbeitslose
Einkommen beruht nach ihm auf Ausbeutung, ist lediglich
eine Folgeerscheinung des Privateigentums und hat sonst keinen
wirtschaftlichen Zweck, als eben den, seinem Bezieher zu ermöglichen,
ohne Arbeit h:rrlich und in Freuden zu leben.
Die große Frage ist nun aber, ob der Sozialismus mit diesen Behauptungen
recht hat. Der Sozialismus hat ja für seine Anschauungen
über diesen Punkt viele Gläubige auch in nichtsozialistischen
Rreisen gefunden. Die sozialistische Auffassung des arbeitslosen Einkommens
ist in Deutschland auch in bürgerliche Rreise tief eingedrungen,
bei manchen Bürgerlichen ist geradezu schon die Anschauung