Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Die sonst noch zur Verbesserung der Güter verwendeten Summen 
wurden sogar mit Zinsen zurückerstattet. So kam es, daß zur 
Zeit der Okkupation die Barbestände der kurfürstlichen Kassen 
nahezu erschöpft waren, und den Franzosen aus diesen Quellen 
nur wenig zufließen konnte. Außerdem aber rettete Buderus von 
den verbliebenen Kassenbeständen und den um die Okkupations 
zeit fälligen Einzahlungen 155 noch fl 45 296.42.3. Was sonst noch 
von dem festländisch domizilierten Vermögen gerettet wurde, zeigen 
am besten die in Marburg vorhandenen Rechnungsbücher. 
Buderus’ Rechnungen sind bis zum Jahr 1812 erhalten. Sie 
sind nach Jahrgängen gebunden. Auf dem Rücken der Bände 
wurden sie zuerst als Reservekassenrechnung, dann als Schatull- 
kassenrechnung bezeichnet. Keines von beiden ist zutreffend. Buderus 
selbst bezeichnet seine Bücher als Rechnung über Einnahmen und Aus 
gaben, und wir zitieren sie demgemäßals Buderus’Rechnung. Sie stellen 
ein Hauptbuch dar, aber nur für das, was bei Buderus selbst ein 
genommen und ausgegeben wurde, mit Einschluß der Einnahmen und 
Ausgaben aus englischen Quellen. Was beim Kurfürsten eingenommen 
und ausgegeben wurde, figuriert in der Reservekassenrechnung. 
Diese ist in Marburg für die Zeit vom 15. November 1806 bis Ende 
1813 vorhanden. Vom 15. November bis 24. Dezember 1806 wurde 
sie von Buderus geführt, dann einige Tage vom Registrator Delbrück, 
von 1807 bis 1813 von Knatz 156 . 
Der Kurfürst empfing Gelder zu höchsteigenen Händen sowohl 
aus der Reservekasse wie von Buderus, die letzteren entweder 
direkt oder durch Rothschilds und Lawätz’ Vermittlung. Was er 
aus der Reservekasse empfing, war zur persönlichen Verausgabung 
bestimmt und figuriert in der Reservekassenrechnung als Ausgabe. 
Was er von Buderus oder dessen Agenten empfing, war nicht zur 
persönlichen Verausgabung bestimmt und figuriert in der Reserve 
kassenrechnung als Einnahme. Diese Aufbewahrungskasse des Kur 
fürsten wird in der Reservekassenrechnung als Schatullkasse be 
zeichnet. Wurden Gelder daraus entnommen, so wurden sie 
selbstverständlich in der Reservekassenrechnung gebucht. Der 
Kurfürst und Knatz teilten sich also in die Aufbewahrung der 
Barvorräte der Reservekasse, und der vom Kurfürsten auf 
bewahrte Teil führte den Namen Schatullkasse. Zweifellos hatte 
der vorsichtige Herr diese Einrichtung aus Sicherheitsgründen ge 
troffen. 
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