Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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ist, hatte sich ausbedungen, daß der Rest seines Leihkapitals im 
Betrag von 400 000 Rtlrn. zur Hälfte im Antoni- und zur Hälfte im 
Trinitatistermin des Jahres 1807 zu berichtigen sei. Hiervon wußte 
Buderus nichts, da jenes Geschäft einer besonderen Kommission 
anvertraut war. Und da auch das Geheime Ministerium in Kassel 
ihm keine Aufklärung geben konnte, er auch zu jener Zeit nicht 
genug Geld zur Verfügung hatte, so lehnte er zunächst die For 
derungen des Grafen ab. Dieser hatte jedoch auf jene Zusicherung 
bereits Engagements übernommen und wußte sich in seiner Hilf 
losigkeit keinen anderen Rat, als eine Anweisung auf Buderus im 
Betrag von 250 000 Rtlrn. in Ldor. Diese Anweisung war zugunsten 
des Oberhofagenten Rothschild ausgestellt, und Buderus froh, auf 
diese Weise der vielfachen Beschwerden und Bedrohungen des Grafen 
enthoben zu sein und den inzwischen vom Kurfürsten geäußerten 
Wünschen entsprechen zu können, akzeptierte die Anweisung zur 
sukzessiven Berichtigung. Im Juli 1807 wurden 80 000 rf oder 144 000 fl 
darauf ausgezahlt, im Dezember 88 200 fl und während der Monate 
Januar bis April des Jahres 1808 erfolgten weitere Abschlags 
zahlungen im Betrag von 108 360 fl. Außerdem wurden zwei 
Summen auf Zurechnung Michel Simons entrichtet, einmal im 
November 1807 44 000 rf oder 79 200 fl und dann im Dezember 1807 
der Rest von dem Kapital der 200 000 rf, das Michel Simon in der 
selben Sache der Oberrentkammer vorgeschossen hatte, mit 8000 rf 
oder 14 400 fl. Es blieben nunmehr am letzten April 1808 auf die 
Rothschildsche Anweisung noch 109440 fl oder 12160 Ldor ä 5 rf 
und auf das ganze Anlehen noch 300 240 fl in 33 360 Ldor ä 5 rf 
zu bezahlen. 
Um jene Zeit muß es gewesen sein, daß der Theatergraf auf 
Antrag seiner Familie unter Kuratel gestellt und auf eine Jahres 
rente von 6000 Tlrn. gesetzt wurde. Infolgedessen mußten die an 
ihn verkauften Güter, auf denen auch noch eine Schuld von 
20 000 Tlrn. mit Zinsen lag, zurückgenommen werden. Sie wurden 
einer besonderen Administration unterstellt. Da aber die Getreide 
preise infolge der Handelsperre erheblich sanken, die öffentlichen 
Abgaben dagegen auf das Dreifache erhöht wurden, auch viele 
fremde Truppen auf den Gütern ernährt werden mußten, so reichten 
die Einnahmen nicht aus, um die Ausgaben, insbesondere auch die 
Kosten zur Verbesserung des Inventars, zu decken, und jahrelang 
arbeiteten die Güter daher mit Defizit.
	        
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