Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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anzubringen.  Lawätz  wurde  von  Buderus  fortgesetzt  zu  neuen
Verhandlungen  angeregt,  und  besonders  Meyer  Amschel  Rothschild
war  eifrig  bemüht,  das  Zustandekommen  einer  dänischen  Anleihe
herbeizuführen.  Er  war  voreilig  gewesen  und  hatte  vor  der  Entscheidung ­
  dänische  Obligationen  versprochen  oder  gar  verkauft.
Jetzt  war  es  ihm  sehr  darum  zu  tun,  daß  sein  Verfahren  gerechtfertigt ­
  wurde.  Von  Lawätz  empfing  er  verschiedene  Vorschläge
und  benahm  sich  auch  persönlich  mit  ihm,  als  er  Ende  März  vom
Besuch  des  Kurfürsten  in  Rendsburg  zurückkehrte.  Lawätz  berichtet
darüber  an  Buderus  am  1.  April  1807:  „Der  gute  Rothschild  glaubt
noch  immer,  wenn  nur  erst  durch  Ihre  Güte  eine  schriftliche
Anzeige  gemacht  werden  könnte,  1)  auf  eine  wie  große  Summe
überhaupt  die  Anleihe  vorläufig  festzusetzen  sei,  etwa  270  bis
350/m  rf,  2)  wieviel  davon  baar  und  wieviel  in  ultimo  1807  fälligen
dänischen  Obligationen  entrichtet  werden  könne,  3)  zu  welcher
Zeit  der  in  baarem  Gelde  zu  entrichtende  Teil  geliefert  werden
könne  —  daß  alsdann  die  Sache  noch  wohl  gelingen  mögte.
Vielleicht  wäre  dies  auch  möglich  und  des  guten  Rothschilds  wegen
auch  sehr  zu  wünschen.  Von  meiner  Seite  will  ich  es  gewiß  an
der  möglichsten  Verwendung  nicht  fehlen  lassen.  Nur  ist  mirs
ohne  eine  solche  bestimmte  Anzeige  nicht  möglich.  Und  diese
bitte  mir  demnach  je  eher  je  lieber  zu  senden.  Besonders  bitte
ich  aber  auch  sodann  4)  mir  bestimmt  aufzutragen,  auf  wie  viele
Stillstands-  und  Rückzahlungsjahre  ich  schließen  darf.  Der  Finanz
Minister  will  diese  Termine  durchaus  kurz  haben,  und  ich  glaube
kaum  ihn  zu  12  Stillstands-  und  16  Rückzahlungsjahren  überreden
zu  können.“
Lange  Stillstands-  und  Rückzahlungsjahre  waren  aber  für
den  Kurfürsten  von  großem  Belang,  denn  er  wünschte  die  sicheren
Zinsen  möglichst  lange  zu  genießen.  Was  des  Kurfürsten  Vorteil
war,  war  Rothschilds  Nachteil.  Denn  je  häufiger  Anleihen  gemacht
wurden,  um  so  größer  war  Rothschilds  Verdienst.  Er  meinte  es
aber  ehrlich  mit  dem  Kurfürsten,  ja  er  vertrat  dessen  Vorteil  so
zähe,  daß  zuletzt  die  ganze  Angelegenheit  an  dem  Differenzpunkt
der  Stillstands-  und  Rückzahlungsjahre  scheiterte.  Der  dänische
Finanzminister  wollte  sich  ursprünglich  nur  auf  3  bis  4  Stillstandsund ­
  5  bis  6  Rückzahlungsjahre  einlassen.  Und  wenn  er  auch  in
letzter  Hinsicht  sich  zu  gewissen  Zugeständnissen  herbeiließ,  so
kamen  die  Verhandlungen,  die  bis  zum  Ende  des  Jahres  1807
            
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