dauerten, doch zu keinem Resultat. Die Überschüsse des laufenden
Jahres waren bereits zu anderen Anleihen nahezu aufgebraucht,
als man immer noch verhandelte. Das läßt darauf schließen, daß der
Kurfürst und sein Bankier Rothschild den Plan hatten, das frühere
Verfahren fortzusetzen und die Hauptsumme der künftigen Über
schüsse dauernd an Dänemark auszuleihen, dessen Finanzen nach
Lawätz’ Urteil auf eine durchaus sichere Grundlage gestellt waren.
Als dieser Plan endgültig gescheitert war, dauerte es länger als
ein Jahr, bis Buderus und Rothschild dem Kurfürsten ein neues
Projekt von noch größerer Sicherheit mit Erfolg vorlegen konnten 190 .
Bereits in den achtziger und neunziger Jahren hatte der Kurfürst,
wie oben erzählt, englische Stocks gekauft und bei der Bank von
England deponiert. Sie waren während der napoleonischen Kriege
ungefährdet geblieben. Die Zinsen wurden nach wie vor durch
die van Hotten vereinnahmt und seit Ende 1806 meist durch Kredit
briefe zugunsten Rothschilds nach Frankfurt Übermacht. Es lag
für Rothschild um so näher, dem Kurfürsten nach Fehlschlagen
der Versuche mit Dänemark eine dauernde Kapitalanlage in England
zu empfehlen, als seit dem Jahre 1804 das Rothschildsche Bank
haus durch den begabtesten von Meyer Amschels Söhnen auch
in London vertreten war. Schon im Jahre 1807 hatte dieser sich
dem Londoner Ministerresidenten Lorentz zu nähern versucht,
was damals noch eine schroffe Mißbilligung seitens des Kurfürsten
erfuhr 191 . Vielleicht hatte Nathan Meyer schon zu jenem Zeitpunkt
die Stocksanlage ins Auge gefaßt. Jedenfalls muß man annehmen,
daß der Vorschlag hierzu von den Rothschild ausging.
Im Anfang des Jahres 1809 wurde die Angelegenheit dringlich,
weil sich erhebliche Überschüsse einstellten. Buderus berichtete
im Januar nach Prag und empfahl dem Kurfürsten den Ankauf
von 100 000 £ 3 °/oiger englischer Stocks. Er verband damit den
Antrag, dieses Geschäft Meyer Amschel Rothschild zu übertragen.
Er sollte die Obligationen unter Verzicht auf eine Ankaufsprovision
zum Preise von 7Z 1 /z °/o liefern und höchstens eine Maklergebühr
von Vs °/o der Nominalsummen erhalten. Das £ sollte er jedes Mal
mit 11 fl 24 ff berechnen. Der Kurfürst genehmigte diesen Antrag
am 5. Februar 1809, und zwar mit der Maßgabe, daß das anzu
schaffende Kapital nicht 100 000, sondern 150 000 £ betragen solle.
Im März erfolgte die erste Berichtigung auf dieses Annuitätenkapital
mit 290 600 fl. ln den folgenden Monaten wurde mit den Abzahlungen