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etats 804 . Solange Lagrange Generalgouverneur war, blieben von
jetzt ab nicht nur Buderus, sondern auch alle übrigen Helfer beim
Rettungswerk unbehelligt. Ja man darf annehmen, daß Buderus
damals sich sehr sicher fühlte, und daß er auch aus diesem Grunde
dem Wunsche des Kurfürsten, nach Eisenach zu gehen, hartnäckigen
Widerstand entgegensetzte. Der Kurfürst hatte ihm, als er sich
noch in Hamburg befand, vielleicht sogar schon in Gottorf, befohlen,
er solle sich nach Eisenach begeben und die Geschäfte seines
früheren Landesherrn von dort aus besorgen. „Das Sejour zu
Hamburg ist gar nach meinem Willen nicht“, schreibt er am
8. Januar 1807 von Schleswig aus und fordert ihn von neuem zur
Befolgung seines Befehles auf. Er glaubte, daß Buderus von Eisenach
aus mit den Ministern in Kassel und auch mit anderen Stellen
besser Verbindung halten könne 208 . Vermutlich hatte er auch
damals noch die Absicht, die acht Kisten, die in Münden lagerten
und im Februar erst nach Aliendorf, dann nach Eisenach befördert
wurden, dauernd an diesem Orte zu lassen. Man hätte alsdann
die große Masse Kupons, die in fünf Kisten jenes Transports ent
halten waren, von Ort und Stelle aus verwerten können. Buderus
aber weigerte sich, nach Eisenach zu gehen, weil er einen Aufent
halt in der Nähe von Frankfurt, dem Mittelpunkte der kurfürstlichen
Geldgeschäfte, vorzog. So trat allmählich eine ernste Verstimmung
ein. Am 26. Januar 1807 schrieb Buderus den letzten Brief an
den Kurfürsten. Schon am 25ten hatte er ihm mitgeteilt, daß er
nicht nach Eisenach gegangen sei. Auch hatte er den Wunsch
ausgesprochen, für die Zukunft von besonderen Geschäften verschont
zu bleiben. Dieses Entlassungsgesuch lehnte der Kurfürst ab,
bestand aber in seinem Eigensinn weiter auf Eisenach. Buderus
hüllte sich in Schweigen. Der Kurfürst, aufs tiefste bekümmert,
wandte sich zuletzt an seinen Freund Lawätz, und dieser ließ sich
auf sein dringendes Anhalten herbei, Buderus Vorstellungen zu
machen. Das hatte Erfolg. Ende März war das Gleichgewicht
wieder hergestellt. Im April und September besuchte Buderus den
Kurfürsten in Rendsburg und in Itzehoe, und jedes Mal auf der
Rückreise auch den Lawätz. Unangefochten konnte er seine
Vermögensverwaltung weiterführen, solange das Regiment in Kassel
das gleiche blieb. Als jedoch J6röme die Herrschaft über das
neugebildete Königreich Westfalen antrat und am 10. Dezember
seinen Einzug in seiner Residenz gehalten hatte, trat ein Umschwung