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zugedachte Kapital war nur zum lebenslänglichen Nießbrauch und
Nutzgenuß bestimmt. Es sollte gegen 5 °/o Zinsen in der Handlung
bleiben, jedoch ohne Kaution und nur solange die Söhne es be
halten wollten. Nach dem Tod der Witwe sollte das Kapital unter
sämtliche Kinder gleichmäßig verteilt werden.
Die Handlung sollte ausschließlich den Söhnen gehören, Töchter
und Schwiegersöhne sollten keinen Anteil daran haben noch weniger
eine Forderung machen dürfen, auch keinen Einblick in dieselbe
verlangen. Dagegen sollten alle Kinder sich mit steter wechsel
seitiger Liebe und Freundschaft begegnen und den Anordnungen
des wohlgemeinten und gewissenhaften Testaments sich mit kind
lichem Gehorsam fügen. „Würde sich wider Verhoffen ein oder
das andere meiner Kinder beigehen lassen, dieser meiner väterlichen
Willensmeinung nicht nachzukommen, oder meine Söhne in deren
Handlung zu stören, so soll dieses pflichtvergessene Kind nur in
dem Pflichtteil, wohin alles dasjenige aufzurechnen ist, was dasselbe
bereits bei meinen Lebzeiten an Ausstattung und sonst erhalten,
eingesetzt sein, und der Überrest meinen übrigen Kindern zufallen,
wobei ich ausdrücklich bemerke, daß der nach dem Napoleonischen
Gesetzbuch 238 zu berechnende Pflichtteil durch mein gegenwärtiges
Vermögen von 190 000 Gulden, mit Zurechnung dessen, was ein
jedes meiner Kinder bereits bei meinem Leben erhalten, sowie in
dem Wert des dem Nutzgenuß meiner Ehegattin verbleibenden
Mobiliare sich ergibt.“
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Ein Bildnis von Rothschild gibt es nicht. Er fürchtete, daß
sein Bild später geringschätzig behandelt werden könne, und soll
es deshalb gemieden haben, sich porträtieren zu lassen. Eine
Frankfurter Weltdame, Frau Belli geb. Gontard, die Sinn für die
äußere Erscheinung der Menschen hatte und Rothschild aus seinen
letzten Lebensjahren kannte, schildert ihn folgendermaßen: „Roth
schild war ein ziemlich großer Mann, er trug eine runde, einge
puderte Perrücke und einen kleinen Kinnbart, den 1 ypus der Juden
besaß er vollständig. In seinen Augen spiegelte sich Verstand und
Gutmütigkeit, er besaß beide Eigenschaften.“ 289 Ähnlich äußert
sich Ludwig Börne : „Ein mildtätiges Gesicht mit einem spitzigen
Bärtchen, auf dem Kopf ein dreieckig gehörnter Hut und die Kleidung
mehr als bescheiden, fast ärmlich.“ 240