10
Erbprinzen in Hanau bereits in den sechziger Jahren verdient ge
macht hatte. Wenn dieser Fall zeigt, daß Rothschild in jungen
Jahren ein findiger und geschickter Münzhändler gewesen sein
muß, so fehlt es auch nicht an Anhaltspunkten dafür, daß er den
Münzhandel dauernd und zeitweilig in recht intensiver Weise
betrieb.
Am 22. August 1780 schreibt er an Friedrich Justin Bertuch,
den Geheimschreiber des Herzogs Karl August in Weimar, daß
er vom Grafen von Oersdorfs eine starke Münzsammlung, meist
sächsische Münzen und Medaillen, gekauft habe, fragt an, ob er
ein Verzeichnis derselben senden solle, und überreicht einstweilen
einen seiner Verkaufskataloge l2 . Wie ein solcher Catalogus aus
sah und was er enthielt, darüber geben uns zehn noch erhaltene
Kataloge der Freiherrlich Carl v. Rothschild’schen Bibliothek Auf
schluß. Sie sind alle in kleinem Oktavformat gedruckt, und ihr
Umfang beträgt 8 bis 16 Seiten. Nach meinem Dafürhalten
stammen sechs Kataloge aus den siebenziger, vier aus den achtziger
Jahren, ln den sechs älteren schwankt die Verkaufssumme der
angebotenen Stücke etwa zwischen 1666 und 2917 fl, in den
vier jüngeren zwischen 2579 und 5074 fl. Ferner werden in
den Katalogen der siebenziger Jahre fast nur Thaler, in denen der
achtziger Jahre auch griechische, römische und sonstige Münzen
angeboten. Man kann daraus den Schluß ziehen, daß Rothschilds
Münzhandel sich während der achtziger Jahre erweiterte 13 . Und
auch nach anderer Richtung eröffnen die vier unscheinbaren
Heftchen der achtziger Jahre dem aufmerksamen Leser einige
wertvolle Ausblicke. Es geht nämlich aus verschiedenen Stellen
hervor, daß Rothschild zu jener Zeit neben Münzen und Medaillen
noch sonstige Kunstsachen führte. In einer Nachschrift zu einem
der Kataloge findet sich die Mitteilung, daß auch Antique Seltenheiten
und Alterthümer zu verkaufen stehen. Aus einem Katalog vom Jahre
1786 erfahren wir ferner, daß auch ein Antique Stein-Gabinet von
geschnittenen Bildern und seltenen Steinen um billige Preise zu haben
ist. Und ein Katalog vom Jahre 1783 oder 1784 meldet am Schluß:
„Auch sind bei mir zu haben eine Anzahl Antique geschnittene
Figuren und Steine, schöne geschnittene Bildgen zum Theil mit
Diamanten besetzt; sollten solche von einem Liebhaber zum An
sehen begehrt werden, so wird man selbige 'einsenden, und den
billigsten Preis bestimmen.“ Auch gibt es ein untrügliches Zeichen