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Die Auszahlungen an den Schuldner dauerten vom 31. Juli 1809 bis
zum 20. Mai 1811. Es scheint, daß die hohen Beiträge von Buderus und
Zipf durch den Beitritt ihrer Freunde zustande kamen. Rothschilds Anteil
war, wie man sieht, gering. Er hatte aber die Zinsen auszuzahlen und die
Stückzahlungen zu vermitteln, und deshalb erscheint diese Anleihe in seinen
Tilgungsbüchern. Auch bemühte er sich um eine Subskription. Sämtliche
Originaldokumente hielten die Hauptgläubiger Buderus und Zipf in Ver
wahrung Der Großherzog Karl Friedrich von Baden als Landesherr und
ebenso die Agnaten des Fürsten zu Leiningen mußten zur Aufnahme des
Anlehens ihren Konsens erteilen (Marbg : Briefw. Buderus’ betr. Anleihe des
Fürsten zu Leiningen von 250000 fl, 1808—1818; Carlshausensche Akten).
Die Rückzahlung der Löwensteinschen Anleihe fand planmäßig durch
Verlosung vom Jahre 1819 bis zum Jahre 1824 statt.
Daß die politischen Veränderungen der Exilzeit für Rothschild auch
Verluste brachten, zeigt das Verhalten des Rheinbundmitglieds Fürst Karl
von Ysenburg-Birstein. Er hatte von Rothschild 56000 fl geliehen, kam aber
seinen Verpflichtungen in keiner Weise nach. Am 21. Dezember 1809 war
er mit den Zinsen von drei Jahren im Rückstand. Die Aufkündigung des
Kapitals nahm er in Anbetracht der Kriegszeiten nicht an und verkaufte
sogar die als Pfand verschriebenen Einkünfte anderweitig (Autograph in der
Sammlung Dr. Albert Figdor in Wien).
234 Cohen, Meyer Amschel Rothschild, 1813, S. 23-25; Demachy,
Les Rothschilds, 2,1,1896, S. 54; Darmstädter, Grh. Fft, 1901, S. 183,194,260f.
Persönliches und Allgemeines.
235. Festschrift zur Jahrhundertfeier der Realschule der Israelitischen
Gemeinde (Philanthropin) zu Frankfurt a. M., 1804, S. 6 ff.
236 Heine in der Schrift über Ludwig Börne, Ges. Werke, hrg. von
Karpeles, Bd. 7, Berlin 1887, S. 256.
237. Der Kurprinz verkehrte während der Exilzeit von Berlin aus
vielfach brieflich mit Rothschild und erhielt viele Vorschüsse. Ende 1815
wurden seine Schulden durch eine besonders zu dem Zweck eingesetzte
Kommission getilgt, wobei dem Haus Rothschild an Kapital und Zinsen
noch fl 160 702.44 zu vergüten waren Marbg.: Akten aus der Privatkanzlei
des Kurprinzen Wilhelm betreffend die bei M. A. Rothschild in Frankfurt
und Gumpert Moses in Hamburg gemachten Schulden, 1807—1812. Die
Schuldforderung der Bankiers M. A. Rothschild & Söhne, 1815—1816.
238. Eingeführt im Großherzogtum Frankfurt mit dem 1. Januar 1811.
239. Belli-Gontard, M., Lebenserinnerungen, 1872, S. 138.
240. Heine, Ges. Werke, hrg. von Karpeles, Bd. 7, 1887, S. 256.
241 Protokollarische Vernehmung im Mai 1809.
242. Fftm.: Sterbeurkunden, 1812, Nr. 891.
Über Rothschilds Gattin Gutle gibt es nur wenig Nachrichten. Als
sie im Polizeiverhör vom Jahr 1809 nach den Geschäften ihres Mannes
befragt wurde, gab sie zur Antwort: Sie wisse von gar nichts, sie habe
nur mit ihrer Haushaltung zu tun, sei das ganze Jahr zu Hause und kümmere