Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

36

jedes  Mal  eine  entsprechende  Summe  in  Obligationen  vorgelegt  habe,
beziehen.  Hierauf  wurde  sein  Gesuch  nur  in  dem  Sinne  gewährt,
daß  die  außer  den  dänischen  und  Frankfurter  Obligationen  einzulegenden ­
  Staatspapiere  ebenfalls  noch  der  höchsten  Approbation
bedürften.  Meyer  Amschel  erklärte  nun,  daß  er  außer  dänischen
und  Frankfurter  noch  pfalz-bayerische  Partialobligationen  einlegen
wolle.  Daraufhin  fand  die  endgültige  allerhöchste  Genehmigung
statt.  Rothschild  verhandelte  dabei  mit  dem  zweiten  Departement
des  Kriegskollegiums,  dieses  gab  jedesmal  entsprechende  Berichte
an  den  Landgrafen,  empfing  die  Antworten  in  Form  eines  Extraktes
des  Generalkriegsprotokolls  und  gab  sie  an  Rothschild  weiter.
Am  31.  Mai  hatte  dieser  sein  Gesuch  eingereicht,  und  am  3.  Juli
fand  die  letzte  Entscheidung  statt.  Das  ging  noch  verhältnismäßig
rasch.  Wenn  er  aber  seine  Sache  von  Frankfurt  aus  betrieben
hätte,  so  wäre  er  entweder  gar  nicht  oder  viel  langsamer  zum
Ziel  gelangt.  Hier  tritt  uns  wieder  eine  Eigenschaft  entgegen,  die
der  emporstrebenden  Rothschildschen  Familie  wesentlich  zustatten
kam,  ihr  schnelles  persönliches  Eingreifen  an  Ort  und  Stelle.
Das  wiederholt  sich  bei  den  nunmehr  folgenden  Geschäften
mit  einer  gewissen  Regelmäßigkeit.  Das  letzte  Geschäft  vom
Jahre  1801  wurde  noch  von  Frankfurt  aus  gemacht.  Und  zwar
wurde  es  mit  Obligationen  bestritten,  die  von  den  Gebr.  Bethmann
begeben  waren.  Diese  Firma  hatte  damals  eine  dänische  Anleihe
von  1  Million  fl  20  ff  zu  4 1 /2°/o  auf  eine  8jährige  Stillstandszeit
eröffnet.  Es  war  allgemein  üblich,  auf  diese  Obligationen  einen
Nachlaß  von  l 1 /** 0 / 0  zu  vergüten,  und  unter  dieser  Bedingung  erhielt
Rothschild  am  7.  Dezember  1801  einen  Auftrag  auf  180  000  fl  24  ff
und  der  Oberkriegszahlamtsagent  Michel  Simon  in  Kassel  einen
solchen  auf  60  000  fl  24  ff 42 .
Auch  das  folgende  Geschäft  im  Mai  des  Jahres  1802  fand
noch  von  Frankfurt  aus  statt.  Rothschild  verkaufte  damals  dem
Landgrafen  dänische  und  Frankfurter  Obligationen  im  Gesamtbetrag
von  200  000  fl,  die  ebenfalls  mit  der  preußischen  Rückzahlung  beglichen ­
  wurden 43 .
Beim  nächsten  Obligationenkauf  aber  ist  Rothschild  wieder  in
Kassel  anwesend,  um  seine  Sache  an  Ort  und  Stelle  zu  vertreten.
Vom  31.  Mai  bis  zum  3.  Juli  1802  hatte  er  sich  daselbst  um  die
Lombardanleihe  von  200  000  fl  bemüht.  Vom  12.  August  bis  4.  September ­
  war  er  ebenfalls  dort,  um  den  Auftrag  auf  100  4 4 /sprozentige
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.