Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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verständigt, so hätte man ihm sicher zum Besseren geraten oder 
hätten wenigstens noch Vorkehrungen zur Rettung der Sababurger 
Wertsachen getroffen werden können. Volles Vertrauen zu üben 
war aber nicht Sache des Kurfürsten, auch nicht den erprobtesten 
Männern gegenüber. Immer erst in der höchsten Not entschloß 
er sich zur Offenheit. Und so hatte er auch dem Geheimen 
Ministerium vor seiner Flucht nichts von der Bergung der Ver 
mögensobjekte mitgeteilt. Das Silbergerät sollte ursprünglich von 
Münden aus zu Schiff die Weser hinab und nach England gebracht 
werden. Da man sich aber mit dem Schiffer nicht über die Fracht 
einigen konnte, indem dieser 50 Tlr. mehr verlangte, als der Kurfürst 
zahlen wollte, so entschloß letzterer sich zur schleunigen Ver 
mauerung in Sababurg. Von diesem und den übrigen Transporten 
des Buderus hatten viele Leute Kunde erhalten, und so verbreitete 
sich das Gerücht, daß an den drei beschriebenen Örtlichkeiten 
Schätze vergraben seien. Aus Furcht, daß diese Gerüchte die 
Franzosen zu Nachforschungen veranlassen könnten, teilten der 
Oberbaurat Jussow und der Steuerrat Gottsched am 4. November 
abends nach 11 Uhr dem Geheimen Ministerium den Sachverhalt 
mit. Sie legten ein Schreiben von Buderus bei, daß dieser am 
2. November auf seiner Reise nach Gottorf von Veckerhagen aus 
an Jussow gerichtet hatte, und das die gleiche Besorgnis speziell 
wegen der auf Sababurg verborgenen Sachen kundgab. Man war 
so unklug gewesen, zum Schutze gegen etwaige Einbruchdiebstähle 
ein Jägerkommando nach Sababurg zu legen, was natürlich jeder 
mann verdächtig erscheinen mußte. Man hatte außerdem in der 
Eile die große Unvorsichtigkeit begangen, mit den Silbersachen 
nicht zugleich auch das betreffende Inventarienverzeichnis beiseite 
zu schaffen, wie man es doch bei den Goldsachen der Löwenburg 
und den Büchern der Wilhelmshöher Schloßbibliothek getan hatte. 
Als sich nun herausstellte, daß der hessische Hofmarschall Graf 
von Bohlen das Inventarienverzeichnis des herrschaftlichen Silbers 
dem Generalgouverneur vorgewiesen hatte, blieb dem geängsteten 
Ministerium keine Wahl mehr. Am 5. November, noch vor erfolgter 
Drucklegung der oben erwähnten Proklamation, wurde beschlossen, 
das Silbergeschirr wieder an Ort und Stelle bringen zu lassen, 
und dem Grafen von Bohlen anheimgegeben, dem Gouverneur davon 
Mitteilung zu machen. Der zurückgeholte Schatz wurde von den 
Franzosen alsbald nach Mainz geschafft, und man darf annehmen,
	        
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