Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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bei  Aliendorf.  Dort  sollte  sie  der  Bergrat  Schaub  in  Verwahrung
nehmen 74 ,  um  sie  später  nach  Eisenach  oder  einem  anderen  geeigneten ­
  Ort  abzuführen.  Schaub  hielt  jedoch  Allendorf  für  keinen
sicheren  Platz,  und  so  wurden  die  Kisten  alsbald  weiter  nach
Eisenach  befördert.
Der  fünfte  Transport  war  auf  zwei  Wagen  geladen,  die  von
acht  Pferden  gezogen  wurden  75 .  Er  umfaßte  sechzehn  Kisten  von
der  Löwenburg,  nämlich  die  acht  Kisten  mit  Akten  etc.  von  der
Oberrentkammer,  die  sieben  Kisten  mit  Urkunden  aus  dem  Hofarchiv ­
  und  die  eine  Kiste  mit  den  Obligationen  der  Witwenkassen
und  der  verschiedenen  Ämter.  Ferner  waren  dabei  drei  Kisten
aus  dem  Nordflügel  des  Wilhelmshöher  Schlosses,  nämlich  eine  mit
den  Unterpfändern  der  Rüppel  &  Harnier  und  zwei  mit  den  Kriegsund ­
  Kammerkassenetats  der  Jahre  1786  bis  1805.  Dieser  Transport ­
  von  insgesamt  19  Kisten  wurde  wieder  von  Mensing  selbst
geleitet  und  ging  an  das  Speditionshaus  von  Preye  &  Jordis  in
Frankfurt.  Am  10.  Dezember  brach  Mensing  von  Stölzingen  auf.
Am  17.  Dezember  lieferte  er  in  Frankfurt  ab.  Als  er  nach  vielen
Fährlichkeiten  das  letzte  Dorf  vor  Frankfurt  erreicht  hatte,  ließ  er
zunächst  seinen  Fuhrmann  haltmachen  und  begab  sich  allein  in
die  Stadt,  um  mit  Jordis  zu  sprechen.  Der  erklärte,  es  sei  unmöglich,
die  Sachen  in  die  Stadt  zu  bringen,  da  bei  der  Zollwache  alles
geöffnet  werde.  Mensing  erschrak,  faßte  sich  aber  rasch  und  bat
Jordis,  nur  sein  Hoftor  auszuschließen,  für  das  übrige  werde  er
sorgen.  Er  begab  sich  zurück,  verkleidete  sich  als  Fuhrmann  und
kam  mit  seinen  Kisten  angefahren.  Als  ihm  die  Torwache  entgegentrat, ­
  die  aus  drei  alten  Bürgern  bestand,  spielte  er  den  Betrunkenen ­
  und  redete  Platt,  was  ihm  als  Sohn  eines  Rinteler
Schlossers  von  Jugend  an  geläufig  war.  Der  Wache  steckte  er
zwei  Krontaler  zu,  ebenso  dem  Examinator,  und  fuhr  dann  flott
in  die  Stadt  hinein.  „Laßt  den  versoffenen  Hannoveraner  zum
Teufel  fahren,  er  kommt  ja  nicht  zum  Tor  naus;  wir  wollen  ihn
schon  kriegen.“  Mit  diesen  Worten  beruhigte  die  Zollwache  ihr
Gewissen,  und  ungehindert  gelangten  die  Wagen  in  das  Lagerhaus
von  Preye  &  Jordis  in  der  Saalgasse 76 .  Dort  lagen  Hunderte  von
Kisten,  und  kein  Zollwächter  konnte  daselbst  die  kurfürstlichen
Effekten  von  den  sonstigen  Sachen  unterscheiden.  Am  17.  Dezember
1806  quittierte  Fr.  Schärft 77 ,  der  Teilhaber  der  Bankfirma  Preye  &
Jordis,  dem  „Kaufmann“  Mensing  den  Empfang  der  19  Kisten 78 .
            
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