Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Depots  nach  Itzehoe  gesandt.  Den  Rest  von  7  Kisten  besorgten
im  September  1807  die  beiden  Leutnants.  Damit  waren  u.  a.  wieder
5  Kisten,  welche  Kupons  enthielten,  und  ein  Kasten  mit  Silber  aus
dem  Bellevueschloß  in  die  Hände  des  Kurfürsten  gelangt 106 .
Auch  die  Obligationen,  die  Lawätz  in  Verwahrung  hatte,
wurden  noch  im  August  1807  zurückgeliefert.  Von  den  Zinskupons,
die  Lennep  in  Kassel  verborgen  hielt,  wurde  ein  gutes  Teil,  vermutlich ­
  durch  diesen  selbst,  dem  Kurfürsten  überbracht,  und  am
15.  November  1807  holte  der  Kriegsrat  von  Schmincke  alle  übrigen
ab.  Die  Gräflich  Hessensteinschen  Obligationen  samt  den  zugehörigen
Zinskupons,  die  mit  dem  ersten  Transport  ebenfalls  in  Lenneps
Hände  gelangt  waren,  wurden  bei  dem  von  Geylingenschen  Archiv
in  Babenhausen  hinterlegt 107 .
Nachdem  alles  Genannte  in  Itzehoe  oder  auf  Gottorf  geborgen
war,  bestand  das  Gesamtdepot  an  Wertobjekten  aus  1  Koffer  mit
Nominalobligationen,  6  Koffern  mit  Partialobligationen,  3  Kisten  mit
Kupons  und  2  Kisten  mit  Pretiosen 108 .  Daß  den  6  Koffern  mit
Partialobligationen  3  Kisten  mit  Kupons  gegenüberstehen,  kann
nicht  wundernehmen.  Man  wird  annehmen  dürfen,  daß  von  Haus
aus  ein  Kuponbogen  etwa  dieselbe  Größe  wie  eine  Partialobligation
hatte,  und  daß  bei  einem  großen  Bestand  von  Staatspapieren  mit
sehr  verschiedenartigen  Emissionsterminen  auch  die  Kuponbogen
von  verschiedenartigster  Größe  waren.  Sie  müssen  daher  im
Durchschnitt  etwa  halbsoviel  Umfang  wie  die  zugehörigen  Obligationen ­
  gehabt  haben.  Aus  den  verschiedenen  Verstecken  waren
nach  und  nach  3  Kasten  mit  Obligationen  und  7  Kasten  mit  Kupons
an  den  Kurfürsten  gelangt 109 .  Die  Kisten  mit  Obligationen  enthielten
die  Unterpfänder  der  mit  Lombardanleihen  belasteten  Bankiers.
Von  den  Kuponkasten  enthielten  zwei  (2  und  9  bei  Buderus)
zusammen  etwa  nur  halbsoviel  Zinsabschnitte  als  eine  einzige
Kiste  aufnehmen  konnte.  Ein  dritter  (19  des  5.  Transports)  war
ebenfalls  nur  teilweise  mit  Kupons  gefüllt.  Daß  sich  ferner  hier
und  dort  unter  den  Kupons  auch  Obligationen  befanden,  zeigt  das
Verzeichnis  des  1.  Transports  nach  Lenneps  Wohnung.  Dort  ist
der  Inhalt  der  Kiste  7  des  Buderusschen  Verzeichnisses  genauer
spezifiziert,  und  es  finden  sich  dabei  auch  Päcke  mit  Obligationen,
die  bei  Buderus  summarisch  als  Päcke  mit  Kupons  bezeichnet
waren.  Gesetzt,  daß  es  sich  mit  den  übrigen  Kuponkasten  ähnlich ­
  verhielt,  so  kann  das  als  Erklärung  dafür  dienen,  daß  der
            
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