DE * FIRMA
GEBKÖUER BUSATIS GES. M. B. H.
PURG5TALL, N.-D.
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Und bei der Übersiedlung nach Karlsbad nahm der Kurfürst die
große Masse seiner Effekten selbst mit und ließ nur eine Kiste
mit Obligationen in Hamburg liegen, die der alte Rothschild später
nachführen sollte. Selbstverständlich aber gebrauchte man die
Vorsicht, bei Überführung der Hauptmasse die Wagen in mehrere
Züge zu trennen. Die Kasse befand sich in dem Zuge des Kriegs
kommissars Knatz. Am 20. Juli 1808 wurde die Reise angetreten.
Da der Kaiser von Österreich dem Kurfürsten noch kein festes
Asyl bestimmt hatte, so wurde als nächstes Ziel Karlsbad ins Auge
gefaßt 110 . Die Pässe lauteten auf fingierte Namen und fingierte
Titel. Alle Personen waren verkleidet und bewaffnet. Gegenden,
wo feindliche Truppen standen, wurden möglichst vermieden. Der
Weg war etwa 80 Meilen lang und führte über Ratzeburg, Boitzen-
burg, Perleberg, Zemitz, Rathenow, Genthin, Zerbst, Dessau, Leip
zig, Altenburg, Zwickau und Schneeberg. Da man für jede Meile
zwei volle Stunden benötigte, so nahm die Reise trotz Zuhilfe
nahme der Nächte acht Tage in Anspruch. Man traf mehrere Male
mit französischen Truppen zusammen, die sich jedoch täuschen
ließen 117 . In Karlsbad wurde einstweilen Aufenthalt genommen.
Kaiser Franz II. bestimmte nunmehr die Stadt Prag als Aufenthalts
ort für den Kurfürsten. Am 26. August siedelte man hinüber 118 .
Im Dezember gelangte dann auch die Kiste mit Obligationen nach
Prag, die Meyer Amschel anvertraut war.
Der alte Rothschild war nämlich der treueste Anhänger des
hessischen Fürsten. Es war eigentlich selbstverständlich, daß der
beste Bankier sich an den besten Kapitalisten hielt, und in diesem
Punkt war Rothschild bei weitem klüger, energischer, zäher und
ausdauernder als alle seine Konkurrenten. Er hielt zum Kurfürsten,
weil dieser auch in der Exilzeit noch über einen ausnehmend
großen Reichtum verfügte. Er stand aber außerdem aus Dankbar
keit und Treue zu ihm.
Einige Wochen nach der Flucht des Fürsten, am 15. De
zember 1806, richtete Rothschild ein fußfälliges Schreiben an
ihn. Er teilt ihm mit, daß gegenwärtig aus Londoner Wechseln
kein Geld zu machen sei, daß er aber trotzdem 100 000 rf, die
einen Monat dato fällig waren, ohne Aufschub an den Überbringer
bezahlt habe. Er versichert den Fürsten seiner Treue bis zum
letzten Blutstropfen und übermittelt ihm in treuherziger, aber recht
stilloser Weise den wohlgemeinten Rat des Fürsten Primas, er