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Arbeiterwohnhäuser der Ostdeutschen Maschinenfabrik in Heiligenbeil.
Ostdeutsche Maschinenfabrik, vorm.
Rud. Wermke A.-G., Heiligenbeil (Ostpr.).
Die Ostdeutsche Maschinenfabrik ist von dem Gutsschmied Rudolf Wermke aus dem Gute
Bregden bei Heiligenbeil im Jahre 1870 in Form einer Hufschmiede gegründet worden, und
entsprechend diesen kleinen Anfängen mit geringen Mitteln konnte in den ersten Jahren für
die Wohlfahrt der damals noch sehr geringen Anzahl von Arbeitern wenig geschehen. Jedoch
im Jahre 1889 begann der Vorbesitzer der jetzigen Aktiengesellschaft mit dem Bau von
ARBEITERWOHNHÄUSERN, um für seine Arbeiter gesunde, würdige und auch gemüt
liche Wohnungen zu schaffen. Auch die jetzige, nach dem Tode des Herrn Wermke neuge
gründete F irma, die sein Werk über nahm, gehört zu den kleineren industriellen U nternehmungen
des industriearmen Ostens und hat nicht die Mittel, großartige Wohlfahrtseinrichtungen zu
schaffen, wie es die alten reichen Werke des Westens tun können. Deshalb muß sich die Firma
vorläufig darauf beschränken, den Arbeitern die notwendigste Fürsorge angedeihen zu lassen
und ihnen das Leben so gesund und angenehm zu gestalten, als es die kleinen Mittel erlauben.
Zu diesem Zweck sind im Laufe der Jahre folgende Einrichtungen getroffen worden:
Die Arbeitsstätten sind große, helle, gesunde Räume mit vorzüglicher Ventilation,
Beleuchtung und Heizung, und für die Arbeiter, welche der Entfernung wegen nicht nach
Hause gehen können, ist ein geräumiger
SPEISESAAL vorhanden, welcher in einem Nebenraum eine mit Dampf geheizte
Eisenplatte besitzt, die zum Erwärmen resp. zum Warmhalten der mitgebrachten oder von
den Frauen nachgebrachten Speisen dient. Auch ist hier ein größerer Kaffeekessel vor
handen, aus dem die Arbeiter während der heißen Sommertage unentgeltlich Kaffee er
halten, um den Genuß von Alkohol möglichst einzuschränken.