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Ehescheidungen in Berlin 1899—1908.
Absolute Von 100 aufgelösten Ehen waren
Zahlen evangelisch gemischt
1899 1 608 78
900 936 79
1901 984
1902 227
1903 269
1904 376
1905 421
L906 639
L907 781
1908 868
Zusammen: 14 109
Trotz der großen Abnahme der Ehescheidungen von 1899 bis
L900 ist die relative Anzahl evangelischer und gemischter Ehen
fast konstant. Auch die katholischen und jüdischen Ehen weisen
eine verhältnismäßig große Gleichmäßigkeit auf. Ganz natürlich
verursachte dagegen die neue Ordnung eine große Änderung in den
angegebenen Scheidungsgründen. Im Jahre 1899 beruhte z. B. ein
Drittel der Scheidungen auf dem Einverständnis der Gatten; dieser
Grund tritt in den folgenden Jahren gar nicht mehr in die Er-
scheinung.
72. Die Geburtsstatistik weist ähnliche Züge auf. Eine
Spaltung des Materials in gewissen Richtungen ergibt eine be-
jeutende Regelmäßigkeit. Überall kann man gewisse elementare
Beobachtungen machen, So z. B., daß die Anzahl Knabengeburten
größer ist als die der Mädchengeburten, daß Totgeburten
unter Knaben häufiger sind als unter Mädchen, daß außerehe-
liche Geburten häufiger mißglücken als eheliche. Dies bestätigt
sich stets, wenn man ein ganzes Land oder einen größeren Teil
eines Landes untersucht; nur dann, wenn die Beobachtungsreihen
kleiner werden, entstehen Abweichungen; die Bedingungen für diese
Abweichungen sollen später untersucht werden.
In den letzten Jahrzehnten ist, wie bekannt, eine bedeutende Ab-
nahme der Geburtenfrequenz eingetreten. In Berlin war während
les größten Teiles des 19. Jahrhunderts die Frequenz im großen und
ganzen konstant. Gewisse Wellenbewegungen können in Verbindung
gebracht werden mit Schwingungen in der Anzahl der gestifteten
Ehen; als gutes Beispiel sei hier gerade der Höhepunkt in den 70er
Jahren erwähnt, wo die Geburtenfrequenz im Jahre 1876 (die Tot-
gyeburten mitgerechnet) sogar bis auf 47 pro Mille gelangte. 1911