Full text: Finanzwissenschaft

X. Abschnitt. Ausgaben für die Verwaltung der äußeren Politik. 115 
Im ungarischen Budget (1913) stehen folgende Ausgaben für 
sozialpolitische Zwecke im Handelsministerium: 
Fabrikinspektion 683 936 Kronen, 
Arbeiterversicherung 1957 737 „ 
Insgesamt 2 641673 Kronen. 
Außerdem sind die bei der Gesundheitspflege erwähnten Be 
träge, namentlich für Kinderschutz, hierher zu rechnen. 
X. Abschnitt. 
Ausgaben für die Verwaltung der äußeren Politik. 
.. -Di® Verwaltung der äußeren Politik ist dem Ministerium des 
Äußeren anvertraut. Demnach drücken die Ausgaben dieses Mini 
steriums im großen und ganzen die Kosten dieses Zweiges der poli 
tischen Verwaltung aus. Doch wissen wir, daß dem nicht so ist 
und hierfür hat auch der Weltkrieg neue Erfahrungen geliefert. 
Neben den im Budget öffentlich registrierten Ausgaben spielen in 
diesem Zweige der Verwaltung auch geheime Ausgaben eine große 
Rolle. Einzelne Staaten haben einen großartig organisierten Spion 
dienst, dem vornehme Personen männlichen und weiblichen Ge 
schlechts angehören und die für ihre Dienstleistungen sehr hohe 
Belohnungen erhalten. So ist es gewiß, daß Rußland für diesen 
Zweck unvergleichlich höhere Beträge verausgabt, als Österreich, 
Ungarn und Deutschland. Eine bedeutende Ausgabe repräsentiert 
in einzelnen Staaten, so in England, der Ankauf oder die Be 
stechung von Presseorganen, wie dies im Weltkriege von Seite 
Englands namentlich in Amerika geschah. Auch mit Männern von 
politischem Einfluß wird viel Schacher getrieben, auch hierfür bietet 
die Geschichte des Weltkrieges genügende Beweise. Die Fälle der 
in und von Rußland, der in und von Serbien usw. gekauften Politiker 
sind bekannt und es ist nicht zweifelhaft, daß auch in den Reihen 
führender Staatsmänner der Rubel, der Sovereign usw. seine Wir 
kung ausübte. 
Diese illegalen und unmoralischen Ausgaben können natürlich 
nicht in Rechnung gezogen werden. Von diesen Ausgaben abge 
sehen aber sind die für die äußere Politik verwendeten Summen 
höchst bescheiden. Ja, es ist zu erwarten, daß diese noch beschei-
	        
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