B. IV. Abschnitt. Das Prinzip der Steuerprogression.
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namentlich die französischen Schriftsteller Stellung genommen. Nach
der Ansicht von Leroy-Beaulieu hat der progressive Steuerfuß
keinerlei rationelle Basis, das ganze ist nichts als Sentimentalismus.
Raub oder Willkür sind nach Stourm die letzten Konsequenzen
des progressiven Steuerfußes. Wolowski nennt den progressiven
Steuerfuß vernichtend und traurig („destructive et funeste“).
Diese wenigen Daten zeigen, daß manche in dem progressiven
Steuerfuße drohende Gefahren für die Gesellschaft erblicken, um
so wichtiger ist es, dessen Natur genau zu untersuchen.
2. Wie wir sahen, hat sowohl die wirtschaftliche als die soziale
Entwicklung des Staatslebens es mit sich gebracht, daß die Steuer
zur Haupteinnahmequelle des Staates wurde. Die große Bedeutung
des Steuerwesens hat zur Folge, daß man mit großer Sorgfalt die Quelle
der Steuer zu erforschen suchte, bis man diese in der Leistungs
fähigkeit der Staatsbürger entdeckte. Damit wurde es aber wieder
notwendig, das richtige Maß für die Leistungsfähigkeit zu suchen,
was hiermit zum Hauptproblem des ganzen Steuerwesens wurde.
Die Leistungsfähigkeit können wir auf die Weise bestimmen,
daß wir die gesamten zur Verfügung der Einzelnen stehenden wirt
schaftlichen Mittel untersuchen, unter diesen in erster Reihe das
Einkommen. In diesem Falle wird die Besteuerung der Einzelnen
im Verhältnisse ihrer wirtschaftlichen Mittel geschehen, von der
Auffassung ausgehend, daß derjenige, der das Doppelte dieser wirt
schaftlichen Mittel sein eigen nennt, doppelt so viel zu steuern ver
mag. Dieser Gedankengang führt zum proportionalen Steuer
fuß, welcher dort, wo der Steuerfuß in Perzenten ausgedrückt wird,
ein unveränderliches Perzentuale fordert, denn jede Steuerquelle
wird in dem Verhältnisse mehr oder weniger zahlen, als sie größer
oder kleiner ist als eine andere Steuerquelle. Bei dem proportio
nalen Steuerfuß ist aber die Steuer dem zu besteuernden Einkommen
proportional. Das Verhältnis zwischen Einkommen und
Steuer fuß ist ein bleibendes, unveränderliches.
Andererseits kann von dem Gedanken ausgegangen werden, daß
mit der Zunahme der Größe der Steuerquellen, namentlich des
Einkommens, der entbehrliche Teil desselben zunimmt, also ein
größerer Teil zur Deckung der Staatsbedürfnisse überlassen werden
kann, ohne daß dies für den betreffenden ein größeres Opfer be
deuten würde. Bei gleichem Einkommen wäre das in der Steuer
zu bringende Opfer gleichfalls arithmetisch gleich, bei- ungleichem
Einkommen, ungleichen Steuerquellen wäre aber diese Gleichheit
die größte Ungleichheit, denn von einem größeren Einkommen kann
ein progressiv größeres Opfer leichter getragen werden, als von