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Dichtung.
Es sind Verbindungen, die inzwischen verwirklicht worden
sind; nicht unbedeutende Dichter, wie insbesondere Ricarda
Huch (geb. 1864) und Karl Busse (geb. 1872), haben sie her⸗
gestellt.
Allein auch der vollere Ausbau bloß einer idealisierten Form
genügte nicht. Ein großer Idealismus bedarf eines Mehreren:
eines großen idealischen Gehaltes. Konnten da die bloßen
persönlichen Stimmungen genügen? Nein: die Note der reli—
giösen, der ethischen Gemeingefühle mußte wieder angeschlagen
werden; darum handelte es sich.
Und es ist nicht zu verkennen, daß auf diesem Boden seit
einiger Zeit verheißungsvolle Anfänge emporkeimen.
Vor allem ist da Friedrich Nietzsche zu nennen. Daß
Nietzsche im Grunde eine künstlerische, ja eine dichterische Natur
war, zeigt nichts besser als Sprache und Inhalt seines Haupt—
werks, des „Zarathustra“; es wird davon später, wenn Nietzsches
Weltanschauung zu besprechen ist, noch genauer die Rede sein.
In seinen nicht allzu zahlreichen Gedichten aber tritt noch ge—
nauer seine Zugehörigkeit zu den idealistischen Psychologen, ja
Neurologen hervor. Er neigt zum Musikalischen, zur Inten—
sivierung der Farben und Gerüche, zur Umgestaltung in stili—
sierte Linien und auch zur Symbolik: er ist einer der stim—
mungsvollsten unter den Stimmungsvollen:
Tag meines Lebens!
Die Sonne sinkt,
Schon steht die glatte
Flut vergüldet.
Warm atmet der Fels:
Schlief wohl zu Mittag
Das Glück auf ihm seinen Mittagsschlaf?
In grünen Lichtern
Spielt Glück noch der braune Abgrund herauf.
Tag meines Lebens!
Gen Abend geht's!
Schon glüht dein Auge
Halbgebrochen,
Schon quillt deines Taus
Thränengeträufel,