Full text: Ferdinand Lassalle

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Aus seinem Tagebuch 
Dar Tagebuch des Knaben-Jünglings Ferdinand Lassalle — rich 
tiger Lassal, wie sein Vatername lautete —, das der Fünfzehn 
jährige in Breslau als Gymnasiast begonnen und der Sechzehn 
jährige auf der Handelsschule in Leipzig beendete, enthält schon 
den ganzen, glühenden Lassalle, noch ein wenig verpuppt, aber 
besonders in den letzten Aufzeichnungen sieht man schon, wie sich 
der kühne Schmetterling durchfrißt und die ersten Flügelschläge 
tut. Lassalle, am 11. April 1825 geboren, hat dieses Tagebuch, 
das Paul Lindau 1891 herausgab, am 1. Januar 1840 begonnen 
und im Frühjahr 1841 beendet. (Die Kapitelaufschriften rühren 
natürlich nicht von Lassalle her.) 
Einleitung 
1. Januar 1840 
Vorliegende Blätter sind bestimmt, alle meine Hand 
lungen, meine Fehler, meine guten Taten aufzunehmen. 
Ich will mit der größten Gewissenhaftigkeit und Auf 
richtigkeit in ihnen nicht nur das aufzeichnen, was ich 
tat, sondern auch die Motive dieser Handlungen an 
geben. Für jeden Menschen ist es sehr wünschenswert, 
seinen eigenen Charakter kennenzulernen. Und wie 
man in einem Roman aus den Handlungen und Ge 
sprächen der verschiedenen Personen auch ihren Charakter 
kennenlernen kann, so kann wohl auch jeder, der sein 
Tagebuch aufmerksam und ohne daß ihn Eigenliebe
	        
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