ti. III. Abschnitt. Steuerpolitik.
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war England in einem scharfen Kampfe mit Frankreich verwickelt,
was einen nachhaltigen Einfluß auf seine Finanzlage ausübte. Bedeutende
Staatsschulden, die energische Inanspruchnahme der Verzehrungssteuern,
namentlich aber die auf die höheren Einkommen
auferlegten Einkommensteuern versahen den Fiskus mit den nötigen
Mitteln. Mit Beendigung des Krieges nimmt England sogleich die
finanziellen Reformen in Angriff. Während des Krieges erfreute
sich England, abgesehen von den schweren finanziellen Lasten, bedeutenden
Wohlstandes. Die Landwirtschaft genoß die hohen Getreidepreise,
Industrie, Handel, Schiffahrt nützten die durch den
Krieg geschaffene monopolistische Lage aus. Mit Beendigung des
Krieges hörte all dies auf und die volkswirtschaftlichen Reformen
wurden unaufschiebbar. An der Spitze dieser Bewegung stehen
drei Namen: Huskisson, Peel, Gladstone, neben ihnen noch Canning,
Cobden und Andere. Die Steuerreform kommt in drei wichtigen
Verfügungen zum Ausdruck: Herabsetzung der Verzehrungssteuern,
Neuordnung der Zollpolitik und des Zollwesens und Einführung
der Einkommensteuer. Hierzu kommt später die Entwicklung
der Erbschaftssteuer. Die Wichtigkeit dieser Reformen besteht
in der Minderung der Lasten der unteren Klassen, größere Inanspruchnahme
der oberen Klassen, Verdrängung der indirekten
durch die direkten Steuern und Befreiung der wirtschaftlichen
Tätigkeit der Nation von allen Beschränkungen.
Wir sehen hieraus, daß in England volkswirtschaftliche und
finanzielle Reformen immer parallel gehen und dies zeigt sich auch
in der neueren Bewegung, welche die Frage der Selbstverwaltung
und ihrer Lasten gemeinsam mit der Grundbesitzfrage lösen will.
Von 1822 bis in die Mitte der 80 er Jahre wurden die indirekten
Steuern um etwa 800 Millionen Mark herabgesetzt. Die finanziellen
Reformen bieten immer neue Erleichterungen, welche die Lasten
der Staatsbürger mit vielen hundert Millionen vermindern. Die
Einkommensteuer wird mehr und mehr das Rückgrat der Besteuerung,
welche mit der in dem wechselnden Steuerfuß wurzelnden
großen Beweglichkeit gegenüber den wechselnden Bedürfnissen des
Staatshaushaltes die größte Akkommodationsfähigkeit beweist. Dabei
rechnet sie mit der Natur der Einkommens- und Vermögensverteilung
und bringt in einer mäßigen Progression deren Einfluß
auf die Leistungsfähigkeit zum Ausdruck. Ein charakteristischer
Zug der englischen Steuerpolitik besteht auch darin, daß sie immer
die Harmonie mit den herrschenden volkswirtschaftlichen Verhältnissen
suchte und fand.
2. Nicht so günstig ist das Bild, das Frankreichs Steuerpolitik